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Disput ums Schulessen : Zu wenig Essen und zu teuer?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eltern kritisieren Groß Pankower Schulküche – Hortner und Hauptamt haben andere Eindrücke: Jetzt will man sich an einen Tisch setzen

von
erstellt am 19.Sep.2014 | 22:24 Uhr

Werden manche Dinge vielleicht doch heißer gekocht als gegessen? Fakt ist, dass am Donnerstagabend im Groß Pankower Rathaus zunächst einmal die Emotionen beim Thema Schulküche hochkochten. Eltern nutzten die Einwohnerfragestunde, um ihren Herzen Luft zu machen. Carina Schulz aus Kuhbier betonte, dass es bei aller Kritik darum gehe, sowohl die Groß Pankower Grundschule als auch die Schulküche langfristig zu erhalten.

Was aber kritisieren die Eltern? Im Kern geht es um die Menge des Mittagessens und um den Essenspreis. Im Gegensatz zu Mittagsportionen, die Grundschulkinder beispielsweise in Pritzwalk verspeisen, müssen Eltern in Groß Pankow pro Mahlzeit 55 Cent mehr bezahlen. Ein Mittagessen kostet hier seit dem 1. September 2,55 Euro. Die Gebühr wurde nach drei Jahren Preisstabilität um 25 Cent angehoben. In Pritzwalk, so die Eltern, sei die finanzielle Unterstützung anders. „Aber auch die Kalkulation“, wie Hauptamtsleiterin Gabriele Jekal gestern auf Nachfrage des „Prignitzers“ verdeutlichte. Das ergebe sich ganz einfach aus den viel größeren Mengen an Essen, die in Pritzwalk im Gegensatz zu Groß Pankow produziert werden. Rund 140 Portionen würden montags bis freitags in der Groß Pankower Schulküche gekocht. Versorgt werden von hier aus, neben der Grundschule, auch die Kitas in Wolfshagen, Kehrberg und Groß Pankow. Mit dem Pächter, Hagen Franzke, arbeite die Gemeinde seit vielen Jahren zusammen, so Gabriele Jekal. Ihre Erfahrungen und die von Hortleiterin Antje Scharte-Pekrul zum Schulessen seien andere. „Die Kinder aus der 1. und 2. Klasse essen stets in Begleitung von Horterziehern zum Mittag, eine Aufsicht stellen wir auch bei den Schülern der 3. und 4. Klasse“, so Scharte-Pekrul. Ihre Rückmeldungen und die anderer Erzieher seien positiv. Er werde weder übers Essen gemäkelt, noch dürften sich Kinder nicht ausreichend Nachschlag holen, wenn der Hunger groß sei. Auch sei genügend Zeit fürs Mittag. Speziell die Jüngeren würden gefragt, ob sie z. B. ein oder zwei Nuggets haben wollen. Die Anzahl werde ihnen nicht vorgesetzt. „Es geht darum, nicht so viel Essen wegzuwerfen“, so Jekal.

Die Sichtweise der Eltern ist eine etwas andere. Ihre Sprösslinge kämen hungrig aus dem Hort. Zudem gebe es Unstimmigkeiten bei der Abkassierung des Essengeldes. Und an der Ausgabe würden Süßigkeiten für überteuerte Preise angeboten. Man habe die Probleme in der Verwaltung vorgetragen, sei dort aber keinen Schritt weitergekommen, äußerte eine Mutter in der Sitzung. Damit der bereits entstandene Unmut nicht noch größer wird, sei es unbedingt erforderlich, dass sich Eltern, Hauptamts- und Schulküchenleitung im Beisein von Abgeordneten zusammensetzen, schlug Renate Groenwegen-Rauter (SPD) vor. Das soll nun in Kürze geschehen. Die Gemeinde, so Bauamtsleiter Halldor Lugowski, habe ein ureigenes Interesse am Erhalt von Schule und Küche. Letztere wurde gerade, zusammen mit weiteren Räumlichkeiten, für rund 250 000 Euro modernisiert. Zudem erarbeite man derzeit ein Energiekonzept für die Bildungseinrichtung.


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