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Zu viel Schnee auf einen Schlag: Winterdienst mit Problemen

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erstellt am 10.Dez.2012 | 05:26 Uhr

Wittenberg | "Das reinste Schnee-Chaos und die Stadt schafft nix" - Katja Leschitzki ist nur eine von mehr als 30 Bürgern, die sich über Facebook beim "Prignitzer" meldeten und den Winterdienst in Wittenberge kritisierten. Wir fragten beim Leiter des städtischen Betriebshofes, Andreas Grieswald (40), nach, wollten unter anderem wissen, warum bis Sonntagmittag selbst die Hauptverkehrsstraßen noch nicht frei waren.

"Ist ist sehr ungewöhnlich, dass so viel Schnee auf einen Schlag herunter kommt", berichtet Grieswald. Der Schneefall setzte in der Nacht zu Sonntag gegen drei Uhr ein und hielt bis auf kurze Unterbrechungen den ganzen Tag an. Mindestens 15 Zentimeter hoch lag der Schnee, an einigen Ecken durch Verwehungen noch höher. Der Betriebshof war mit seinen zwei großen Fahrzeugen im Einsatz, um die wichtigsten Straße zu räumen. "Doch es fehlten am Sonntagmorgen die Autos, die üblicherweise die restliche Schnee decke zerdrücken und helfen, dass das Streusalz richtig wirkt", erklärt der Betriebshof-Chef.

70 Kilometer Straßen haben die Mitarbeiter des Betriebshofes zu räumen, das sind längst nicht alle Straßen in Wittenberge. So wird in der Altstadt grundsätzlich nicht geräumt. "Die Straßen sind zu eng, die Autos parken am Straßenrand. Wo sollen wir dort den Schnee lassen", meint Grieswald, der selbst in der Altstadt wohnt und seinen Wagen etwas außerhalb parken muss.

Hart war es am Sonntag auch für die Mitarbeiter, die mit ihren kleinen Traktoren die Gehwege räumten. Sie brauchten für ihre Touren, die sonst drei bis vier Stunden andauern, fast die doppelte Zeit. Da der Schnee sehr nass war, blieben die Räumfahrzeuge oft stecken, mussten freigeschaufelt werden. "Das war am Sonntag schon sehr extrem", so Grieswald. Es sind etwa 40 Kilometer Gehwege, die der Winterdienst vor städtischen und öffentlichen Grundstücken von Schnee und Eis befreien muss. Parkplätze sowie Parktaschen an den Straßen werden grundsätzlich nicht geräumt. Deshalb kann Grieswald Autofahrern nur raten, ihr Fahrzeug rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. "Das ist im Winter nun mal so, man muss sich darauf einstellen."

Verständnis sollten auch Anlieger haben, wenn die schweren Räumfahrzeuge ihre Auffahrt zuschieben oder Schnee auf dem Gehweg landet. Es sei deshalb am besten, wenn die Anwohner ihren Schnee vom Gehweg an die Straßenkante schieben. "So entsteht eine Barriere, die den Schnee des Räumfahrzeuges auffängt."

Gestern schneite es zum Glück nicht mehr, sonst hätte der städtische Winterdienst ein richtiges Problem gehabt. Denn beim Unimog war am Sonntag der Oberlenker , der das Schiebe schild hält, gebrochen. "Ein Materialfehler, der Schieber war ganz neu", erklärt Grieswald. Ärger gab es auch mit dem Fendt-Traktor, bei dem ein Ölschlauch geplatzt war. Trotzdem konnten die beiden Fahrzeuge gestern zum Ausbringen des Streusalzes genutzt werden.

Für die nächsten Tage hat der Wetterdienst für Wittenberge nur noch leichten Schneefall angekündigt, aber es wird kälter. "Wir müssen uns auf überfrierende Nässe einstellen", warnt Grieswald, der beim Winterdienst grundsätzlich auch die Bürger in der Pflicht sieht: "Winterdienst geht uns alle an!"

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