Zu sehen in der Rathausgalerie

Arbeiten von Dietmar Drenkhahn sind derzeit in der Rathausgalerie zu sehen.
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Arbeiten von Dietmar Drenkhahn sind derzeit in der Rathausgalerie zu sehen.

Arbeiten von Dietmar Drenkhan - Ein politischer Maler des Surrealen

svz.de von
05. Dezember 2013, 00:34 Uhr

In der Rathausgalerie sind noch bis zum 10. Januar Arbeiten von Dietmar Drenkhan zu sehen. Viele seiner Motive sind Visionen, die faszinieren und zugleich sehr nachdenklich machen.

Wer auf den Darß kommt, wo der Betonstein- und Terrazzomeister Dietmar Drenkhahn lebt, den erwartet nicht nur ein Handwerker mit breiter Produktionspalette. Der 1949 in Parchim Geborene ist auch seit 1977 freiberuflich als Maler und Grafiker tätig. „Ich arbeite im Wechsel handwerklich und künstlerisch. Wenn meine Aufträge im Betrieb abgearbeitet sind und ich meine Existenz für eine Zeit gesichert habe, dann male ich“, erzählt Dietmar Drenkhahn. „Ich bin als Maler Autodidakt. Das Malen ist für mich eine Berufung. Für mich kam nichts anderes in Frage, ich habe immer daraufhin gearbeitet“, berichtet er Dr. Wolfram Hennies. Wer seine Bilder betrachtet, bemerkt schnell, dass Dietmar Drenkhahn ein politischer Maler ist, wobei das Erstaunliche ist, dass er mit seinen Bildern in den letzten zehn Jahren realen Sozialismus eine schonungslose Kritik an der DDR-Gesellschaft übte. Diese Werke musste er damals verstecken, denn es wäre für ihn sehr gefährlich gewesen, sie öffentlich zu zeigen – zu eindeutig waren die Schlussfolgerungen, die ein Betrachter ziehen musste.

Die Perleberger Rathausgalerie zeigt nun diese hochbrisanten Bilder, welche zwischen 1978 und 1988 ohne Aussicht auf öffentliche Reflexion in einer privaten Scheune entstanden und seitdem dort quasi aufgestapelt sind.
Was die Bilder über den unmittelbaren Zeitbezug so interessant und wichtig macht, ist die Tatsache, dass sie allgemeine menschliche Verhaltensweisen ansprechen und damit aktuell bleiben. „Manchmal vernichte ich Bilder“, bekennt der Maler, „weil ich denke, man muss nur das Wichtigste aufheben und Platz für Neues schaffen.“

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