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Schadebeuster : Zu Hause in einem 13-Seelen-Dorf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Familie Jacobi ist tief verwurzelt in Schadebeuster, dem Miniort gleich hinterm Deich / Am 14. Juni strömen Hunderte dorthin

svz.de von
erstellt am 23.Mai.2014 | 16:43 Uhr

Heute in genau drei Wochen richtet Schadebeuster das Fest der Elbdörfer hinterm Deich aus. In das 13 -Seelen-Dorf zieht es dann Hunderte Besucher. Der „Prignitzer“ begab sich auf Erkundung, wollte wissen, wie es funktionieren kann mit der Riesenfeier in dem kleinen Dorf: Es ist Spätnachmittag in Schadebeuster. Irgendwo läuft ein Rasenmäher. Trotz der Hitze, man muss ’ran. „Hier bei uns im Dorf haben alle Arbeit. Das ist gut. Aber es ist noch nicht Feierabend, wenn wir nach Hause kommen. Das Grundstück ruft“, sagt Heike Jacobi. Sie ist, wie ihr Mann Holger, der viel im Hamburger Raum im Einsatz ist, gerade nach Hause gekommen. Die beiden Jacobis sind zwei von den 13 Einwohnern in Schadebeuster. Dass es sich in dem Minidorf gleich hinterm Elbdeich anders lebt als in der Stadt, ist keine Frage. Wer Infrastruktur sucht, muss nach Wittenberge. Heike Jacobi gesteht auch, dass sie schon mal gedanklich erwogen hätten, in Richtung Hamburg zu ziehen. Wie gesagt, es waren reine Gedankenspiele, fügen Jacobis an. Sie sind in Schadebeuster zu tief verwurzelt, hier lebt man ruhig, hier pflegt man eine gute Nachbarschaft und Freundschaften. „Und so ist es auch mit dem Fest“, sagt Holger Jacobi. „Das bereiten alle Dörfer gemeinsam vor. Und wir wissen: Man kann sich auf die Hilfe der anderen wirklich verlassen.“ Und dann schafft man das mit dem Fest auch als Winzigdorf.


Es wird gut bei „Am Strom ohne Strom“


„Ein kleines Dorf waren wir übrigens schon immer“, sagt Heike Jacobi schmunzelnd. Die Chronik weise für 1860 sechs Wohnhäuser aus, ebenso viele sind es heute noch. Die Familie von Heike Jacobi ist seit Generationen in Schadebeuster ansässig. „Meine Mutter ist hier geboren. Meine Großeltern haben hier gewirtschaftet.“ 1986 sind Heike und Holger Jacobis nach Schadebeuster gezogen. Sie wohnen in dem Haus, das die Großeltern Lippert kurz vor dem 2. Weltkrieg noch erbauten. Das alte Bauernhaus mit Stall, das hinter auf dem Grundstück stand, ist längst abgetragen. „Genau hier stand es, der Stall schloss sich gleich an“, zeigen Jacobis auf eine Stelle im Garten, an der es auf dem Weg zur Gänsekuhle vorbei geht. Diese Kuhle ist etwas ganz Besonderes. Der Teich, der vom Grundwasser gespeist wird, sei ein Teil der alten Elbe, erzählt das Ehepaar. Bevor der Strom Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts seinen Lauf änderte, lag Schadebeuster auf der anderen Elbseite. „Kaum vorstellbar, aber unsere Vorfahren sind damals trockenen Fußes zum Gottesdienst nach Beuster gegangen“, erzählen Jacobis.

Am 14. Juni geht es zum Fest der Dörfer direkt an den Strom. „Wir haben uns etwas Spezielles ausgedacht“, sagt Jacobi und schließt in das Wir die anderen Ortsvorsteher, vor allem aber den Zwischendeicher Peter Ehrhorn, ein. Am Sonnabend nach Pfingsten werden Hunderte „Am Strom ohne Strom“ ein schönes Fest haben. „Wir verzichten auf Elektrizität, brühen den Kaffee beispielsweise in Tontöpfen.“ Jacobi ist überzeugt: Es wird gut.

 

 

 

 

 

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