Perleberg : Zu Gast im Gedächtnis des Kreises

<p>Wertvoller Schatz: Vera Wildgruber (l.) aus Rühstädt übergab dem Kreisarchiv Perleberg unter Leitung von Cordula Benzin (r.) zwei historisch wertvolle Bände mit Daten aus Rühstädt bis 1949. </p>

Wertvoller Schatz: Vera Wildgruber (l.) aus Rühstädt übergab dem Kreisarchiv Perleberg unter Leitung von Cordula Benzin (r.) zwei historisch wertvolle Bände mit Daten aus Rühstädt bis 1949.

Kreisarchiv fertigt Familienstammbäume bis ins Jahr 1874

svz.de von
18. November 2015, 17:50 Uhr

Das ist ja tatsächlich das Gedächtnis des Kreises, sagen die Mitglieder des Kulturausschusses am Ende ihres Rundgangs durch das Kreisarchiv. Sie hatten ihren Sitzungsraum am Dienstagabend gegen das im vergangenen Jahr neu bezogene Gebäude in der Wittenberger Straße eingetauscht und lauschten den Erklärungen der Archivleiterin Cordula Benzin.

Interessiert blätterte Hartmut Lossin aus Berge in Unterlagen des Standesamtes Putlitz. „Wenn ich mehr Zeit hätte ...“, sagt er. Es sei spannend, manche Familiennamen kenne er persönlich. Fast bedächtig legt er den Band aus den 50er Jahren zurück.

Die Unterlagen der Standesämter reichen bis 1874 zurück: Karstädt, Meyenburg, Groß Pankow, Putlitz-Berge und Gumtow haben ihre Dokumente dem Archiv übergeben. Perleberg und Wittenberge haben eigene Archive, Lenzen lagert seinen Bestand in Potsdam, sagt Cordula Benzin.

Geboren, Heirat, Kinder – die Standesamtsakten dürften mit das größte Interesse hervorrufen. „Rückwirkend bis 1874 erstellen wir Familienstammbäume. Ein kostenpflichtiges Angebot“, so Benzin. Wer in seiner Ahnenforschung noch weiter zurück gehen möchte, muss in Kirchenbücher schauen. Die seien im Archiv in Brandenburg an der Havel erfasst.

Rund drei Kilometer laufende Meter umfasst der Aktenbestand. Die Räume bieten Platz für sechs Kilometer. Jedes Sitzungsprotokoll aus der Kreisverwaltung, jeder Vorgang, der bearbeitet wird, kommt ins Archiv. Die Aufbewahrungszeiten seien unterschiedlich und alle per Gesetz geregelt. Täglich kommen neue Daten dazu.

Am schnellsten füllen sich im Keller die Regale für Bauakten. „Bis zehn Jahre nach dem Abriss des Gebäudes müssen wir sie aufbewahren“, sagt die Archivarin. Damit sei klar, dass viele von diesen Akten sozusagen lebenslang ihren Platz im Archiv benötigen. Noch sei der Platz dafür vorhanden, aber es wird der Tag kommen, wo eine andere Lösung gefunden werden müsse.

Digitalisiert werden dürfen Bauakten derzeit nicht. Dafür jedoch andere Dokumente. 40 000 standesamtliche Daten seien digitalisiert, auch die Melderegister werden erfasst. Zwei Mitarbeiter der Lebenshilfe scannen die Meldekarten ein. Insgesamt seien es 246 500 Karten.

Im Archiv lagern 15 000 Personalakten, ja sogar Plakate von kreislichen Veranstaltungen wie Feste oder Konzerte werden aufbewahrt. Rund 1000 seien es. Ortschronisten haben daran Interesse. Auch unsere Tageszeitung hat ihren Platz im Archiv. Ab 1952 gibt es sie in gebundenen Bänden. 

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