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Mutige ausgezeichnet : Zivilcourage rettet Menschenleben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sie melden Unfallfluchten, betrunkene Autofahrer oder Diebstähle: Prignitzer Polizei ehrte gestern aufmerksame und mutige Bürger.

von
erstellt am 17.Dez.2014 | 08:00 Uhr

„Heute bin ich froh, meiner Intuition gefolgt zu sein“, sagt Zahnarzt Dr. Hartmuth Glatz und erzählt die Geschichte, wie er und sein Hund ein Menschenleben retten konnten.

An einem Septembertag ging der Mediziner mit seiner erst ein dreiviertel Jahr alten Jagdhündin im Stadtforst Perlebergs spazieren. „Es regnete fürchterlich, ich war durchnässt und wollte eigentlich nur nach Hause.“ Seine braune Hündin sah das anders. Wild und aufgeregt zog sie ihr Herrchen durch den Wald, bis dieser sie endlich von der Leine losließ. „Plötzlich schoss sie los, rannte 40 Meter weit und blieb bellend vor einem Zaun stehen“, so der Zahnarzt, der seinem Schützling sofort folgte. In den Büschen entdeckte er schließlich eine vor Schmerzen wimmernde und unterkühlte Frau.

„Die demenzkranke und an Diabetes leidende 73-Jährige wurde bereits Tage zuvor vermisst gemeldet. Ein großer Sucheinsatz mit Hubschraubern und Wärmeleuchten brachte keinen Erfolg. Das beherzte Eingreifen von Herrn Dr. Glatz und seiner Hündin hat der Frau wahrscheinlich das Leben gerettet“, schildert Peter Schröder, Leiter der PI Prignitz, den Fall.

Gestern wurden Dr. Hartmuth Glatz sowie sechs weitere Bürger für ihre Zivilcourage von der Prignitzer Polizei geehrt. „Für Ihr Engagement, Straftaten verhindert oder bei der Aufklärung geholfen zu haben, bedanke ich mich nicht nur persönlich, sondern auch für die Gesellschaft“, so Schröder zu den Unterstützern.

Dazu zählt auch Silvio Heyden, Leiter eines Discount-Marktes. Am 4. August beobachtete er in seiner Wittenberger Filiale, wie drei Osteuropäer ihre Rucksäcke mit Waren im Wert von mehreren hundert Euro füllten.

Bis zum Eintreffen der Polizei gelang es ihm, die Täter im Supermarkt festzuhalten – allerdings nur einen. „Zwei konnten flüchten. Es hat fast eineinhalb Stunden gedauert, bis die Polizei eintraf“, beklagt er. Er sei zwar in der Lage, sich selbst zu helfen, aber befürchte Situationen, in denen die weiblichen Kolleginnen auf sich allein gestellt seien. „Die Arbeit der Polizisten ist top, aber sie ist wenig hilfreich, wenn zu viel Zeit bis dahin vergeht“, kritisiert Silvio Heyden.

Leiter Schröder reagierte mit einem Versprechen, dem Fall nachzugehen. „Das ist viel zu lang und wir werden zusammen mit der Revierleitung herausfinden, wie es zu dieser Zeitspanne kommen konnte“, sagt Schröder.

Generell lobe er aber das Sicherheitsnetz der Prignitz, an dem sich nicht nur Einsatzkräfte und Ordnungshüter beteiligen, sondern auch aufmerksame Bürger. „Vielleicht, weil so viele Beteiligte zusammenrücken, ist die Prignitz so ein sicheres Pflaster. Ein Miteinander und eine echte Verzahnung wie hier, hab ich selten erlebt“, sagt er.

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