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Der Prignitzer

19. November 2017 | 04:22 Uhr

Zitterpartie für Mehrgenerationenhaus

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2011 | 06:58 Uhr

Perleberg | Zur Debatte in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung stand das Bekenntnis der Kommune, die Unterhaltung des Mehrgenerationenhauses des CJD über einen Zeitraum von drei Jahren mit jährlich 10 000 Euro zu unterstützen. Durch eine neue Richtlinie ab Januar 2012 fördert der Bund nur noch 75 Prozent der Unterhaltungskosten der Einrichtung. Zwingend wird zugleich vorgeschrieben, dass die restlichen 25 Prozent durch die Stadt und/oder den Landkreis getragen werden müssen. Der Landkreis hat eine Finanzierung ausgeschlossen. Und damit landete der Part bei der Stadt.

Ohne Zusage der Stadt gibt es keine Interessenbekundung, mit der sich das Projekt für die Aufnahme in das neue Programm bewerben kann.

Die Stadtverordnetenversammlung wurde für Carla Kaiser, Projektleiterin des Mehrgenerationenhauses, zu einer Zitterpartie. Klaus Herpich (Linke) unterstrich die Vielfalt der Angebote vor allem auch für Menschen, die man sonst nicht erreiche. Seiner Meinung nach müsse aber mehr Leben hier zu verzeichnen sein. Udo Becker (CDU) betonte, dass viele Möglichkeiten in der Stadt geboten werden "und hier wollen wir erst Menschen bewegen, dorthin zu gehen". Frank Döring (Linke) hielt dagegen, dass monatlich 100 Besucher durchaus eine Größenordnung für eine Stadt wie Perleberger seien. Wolfgang Schulz (SPD) führte an, dass die Awo derartige Projekte abgelehnt habe, da die Finanzierung nur kurzfristig gesichert sei, eine Anschlussfinanzierung immer erfolgen müsse. "Es gibt eine Reihe von Einrichtungen, die durch die Stadt nicht gefördert werden aber weitaus mehr Besucher haben. " Als Beispiele nannte Schulz die Begegnungsstätten von DRK, Awo und Caritas. Rainer Pickert (CDU) forderte von der Verwaltung eine Übersicht, was es überhaupt alles an Angeboten in der Stadt gebe.

Lange Rede, kurzer Sinn - mehrheitlich wurde der Beschluss dann doch angenommen, allerdings war diese Mehrheit keine überwältigende.

Die insgesamt 30 000 Euro im Zeitraum von 2012 bis 2014 stellt die Stadt in Form von so genannten unbaren Mitteln, sprich Vermietung von Räumlichkeiten beispielsweise für musische Angebote und dergleichen, zur Verfügung.

Für das Projekt Mehrgenerationenhaus sind damit aber längst noch nicht alle Hürden genommen. "Noch haben wir nicht den Zuschlag bei der Interessenbekundung und damit für die Aufnahme in das neue Förderprogramm." Dennoch gibt sich Carla Kaiser optimistisch. "Unser Vorteil ist unser Alleinstellungsmerkmal hinsichtlich der Angebotsvielfalt in der Stadt und es ist unsere Erfahrung." Seit Juni 2008 gibt es das Mehrgenerationenhaus in Perleberg. "Vom Säugling im Rahmen des Angebotes für Alleinerziehende bis hin zum Treff für Senioren aus dem benachbartem Seniorenzentrum, von Tauschbörse bis zur Bewerbungshilfe, es gibt eigentlich kaum etwas, was wir nicht bieten", so Carla Kaiser. Und nicht ohne Stolz verweist sie darauf, erst jetzt wieder zwei Frauen in Arbeit gebracht zu haben. "Wahrscheinlich müssen wir darüber mehr öffentlich reden", räumt sie ein. Den Vorwurf, man mache nicht genügend Öffentlichkeitsarbeit, lässt sie aber nicht gelten. "Alle unsere Veranstaltungen und Angebote werden in der Presse und selbst im Rundfunk angekündigt. Wir gehen in die Kitas, sind in Arztpraxen, präsentieren unsere Arbeit auf Veranstaltungen, nutzen jede sich bietende Möglichkeit."

Die Woche über kann man sich selbst ein Bild von alledem machen. Allerdings Stadtverordneten, ausgenommen die im Hauptausschuss, die speziell geladen waren, haben hierher noch nicht gefunden.


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