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Deutscher Lokaljournalistenpreis : Zeitungs-Oscar für den „Prignitzer“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Konrad-Adenauer-Stiftung zeichnet die Berichterstattung über das Elbehochwasser 2013 aus

von
erstellt am 10.Jun.2014 | 19:00 Uhr

Prignitz Er gilt als der Oscar des Lokaljournalismus und seit gestern darf sich die Redaktion des „Prignitzers“ über diese Auszeichnung freuen: Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat den Deutschen Lokaljournalistenpreis 2013 in der Kategorie Katastrophenberichterstattung  an unsere Redaktion für die Berichterstattung über der Elbehochwasser  im vergangenen Jahr vergeben.

„Wie Sie mit Ihrer kleinen Redaktion das Hochwasser bekämpft haben, hat unseren großen Respekt gefunden. Auch wesentlich größere Redaktionen haben sich mit diesem Thema beworben, wir haben sehr bewusst Ihre Leistung ausgezeichnet“, schreibt Jurysprecher Dr. Dieter Golombek. Damit setzte sich unsere Lokalredaktion mit ihrer Bewerbung unter 568 Einsendungen durch.

Im Urteil der Jury heißt es: „In der Katastrophe begreift sich die Zeitung als Helfer in der Not. Die Redaktion organisiert sich um – als eigener kleiner Krisenstab. Sie nutzt all ihre medialen Möglichkeiten: Zeitungsseiten, Homepage, Liveticker, Facebook. Mit ihren Informationen in Echtzeit entwickelt sie sich zu einem Partner im großen Krisenstab, der nicht mehr wegzudenken ist. Eine kleine Redaktion – eine große Leistung.“

Chefredakteur Michael Seidel erreichte die Nachricht gestern Vormittag in einem Meeting: „Was die Kollegen in allen beteiligten Redaktionen vor einem Jahr geleistet haben, war überwältigend. Das war regionale Tageszeitung vom Feinsten. Ich finde es mehr als angemessen, aber auch wunderbar, dass diese Leistung nun auch eine bundesweite Würdigung erfährt. Glückwunsch den Kollegen!“, sagt Seidel.

Ein Elbehochwasser mit den Dimensionen wie im Juni 2013 stellt Betroffene vor eine nervliche Zerreißprobe, verlangt von  Einsatzkräften schier übermenschliches. Für Journalisten ist die Herausforderung nicht kleiner. Die Berichterstattung über ein Hochwasser lässt sich nicht planen. Sie stellt eine Redaktion, deren Kollegen am und mit dem Fluss leben vor journalistische und logistische Herausforderungen. 

Schon die ersten Prognosen vom 3. Juni  zum Pegelstand waren alarmierend und für unsere Redaktion Grund genug, diesem Thema höchste Priorität zu geben. Vom 4. bis zum 18. Juni dominierte die Berichterstattung über dieses Ereignis unsere Ausgabe. An einigen Tagen umfasste sie bis zu drei Seiten im Lokalteil. Ergänzt durch den täglichen Nachrichten-Überblick auf der Seite 1 sowie der überregionalen Berichterstattung im Mantel boten wir unseren Lesern die umfangreichste Informationsfülle in der Region.

Anders als bei früheren Hochwassern nahm das crossmediale Arbeiten eine herausragende Position ein. Mit Unterstützung der Schweriner Onlineredaktion starteten wir einen Liveticker auf unserer lokalen Facebookseite und unserer Homepage. Damit boten wir den Menschen teilweise Informationen in Echtzeit und unsere Redaktion wurde zu einem wichtigen Partner des Krisenstabs, der Facebook nicht als eigenen Kommunikationskanal nutzen konnte.  Durch die Zusammenarbeit gelang es unter anderem, die vielen freiwilligen Helfer je nach Bedarf gezielt zu den jeweiligen Sandsackfüllplätzen zu schicken.

All das hat die Jurymitglieder überzeugt. Mit ausschlaggebend für den Preis sei der enorme Einsatz einer personell kleinen Redaktion gewesen, betonte Jurysprecher Golombek. Dieser Einsatz endete nicht mit der Berichterstattung, sondern umfasste weit mehr.  Beginnend bei einer 24-stündigen Bereitschaft, über Lebensmittelvorräte im Dienstwagen und endete damit, dass Redakteure selbst neben der extrem hohen Arbeitsbelastung Zeit und Kraft fanden, an Brennpunkten anzupacken und Sandsäcke zu füllen.

 

Hintergrund: Der Deutsche Lokaljournalistenpreis

Seit 1980 vergibt die Konrad-Adenauer Stiftung den Deutschen Lokaljournalistenpreis und würdigt damit herausragende journalistische Arbeiten im Lokalen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u. a. „Elmshorner Nachrichten“,  „Süddeutsche Zeitung“ und Der Tagesspiegel. Für 2013 ging der 1. Preis an die Sächsische Zeitung für ihren Familienkompass, den zweiten Preis teilen sich Braunschweiger Zeitung für ihre „Antworten-Seite“ sowie der Zeitungsverlag Waiblingen. Preisträger in den weiteren Kategorien sind auch Der Tagesspiegel, Oberhessische Presse, Berliner Zeitung, Nordbayerische Kurier, Rhein-Zeitung,  Kölner Stadt-Anzeiger, Deister- und Weserzeitung, Stuttgarter Nachrichten.

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