Jubiläum in Wittenberge : Zeitreise zum 110. an der Jahnschule

Rektorin Kerstin Schulz begrüßt Paul Nedwig alias Oliver Hermann ganz herzlich, im Hintergrund Andreas Schulz.  Fotos: Barbara Haak
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Rektorin Kerstin Schulz begrüßt Paul Nedwig alias Oliver Hermann ganz herzlich, im Hintergrund Andreas Schulz. Fotos: Barbara Haak

Am 9. April 1907 zogen die ersten kleinen Wittenberger in das neue Schulhaus im Heisterbusch ein

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05. April 2017, 21:00 Uhr

Zehn Jahre lang ist Marcel Elverich in die Jahnschule gegangen. Und er war, wie er sagt, bestimmt nicht immer ein braver Schüler, so der heutige SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament. Am Mittwoch stattete er als Ehemaliger seiner Schule, die er in guter Erinnerung habe, einen Besuch ab. Denn das Schulgebäude hat Geburtstag, wurde am 9. April 1907 von Bürgermeister Paul Nedwig eingeweiht. Am Mittwoch fand die Feier statt, die natürlich auch etwas von einer Zeitreise hatte.

Mit Einweihung der Schule bezogen Wittenberger Kinder jeweils zwölf für Mädchen und zwölf für Jungen bestimmte Klassenräume. Außerdem beherbergte das neue Gebäude eine Haushaltungsschule. Bürgerschule, Mittelschule, zu DDR-Zeit Heimstatt für die zehnklassige polytechnische Oberschule, so der Zeitenlauf. Die Wende brachte unruhige Zeiten. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Gesamtschule zog in das von Stadtbaurat Friede Everhard Bruns erdachten und mit Hilfe des Architekten Veltwisch errichteten Gebäude die Jahngrundschule ein, dessen Rektorin seit 1994 Kerstin Schulz ist. Zu den Ehemaligen, die ihr am Mittwoch gratulierten gehörte Gerlind Hähnel. Die Lehrerin im Ruhestand erzählt: „Ich habe hier an der gerade frisch eingeführten Mittelschule das 10. Schuljahr absolviert. Das war 1956/57.“ 1999/2000 kehrte sie noch einmal für gut ein Jahr als Lehrerin zurück, bevor sie nach 40 Berufsjahren in den Ruhestand ging. Hähnel sagt: „Ich war gern Lehrerin.“

Auch Kerstin Schulz ist, wie sie sagt, sehr glücklich in ihrem Beruf, der jeden Tag Neues bringe. Es mache unendlich viel Freude, „mit den Kindern zu arbeiten, zu sehen, wie sie sich entwickeln“. Durch den Ausfall von Mitarbeitern muss die Jahnschule zur Zeit eine schwierige Situation meistern. Schulz danke ihren Kollegen, einschließlich der neuen und der ehemaligen, die zur Unterstützung wieder da sind, für das Zusammenstehen in dieser Situation, so Kerstin Schulz.

Der 110. Geburtstag hatte morgens mit einem feierlichen Appell vor der Schule begonnen. Stadtführer Jürgen Schmidt führte als Nachtwächter durch die Zeiten. Die Schüler amüsierten sich über ihre Altersgenossen von früher und hatten sicher ihre Freude, als Schmidt das Bild von der Schule von morgen entwarf, in der statt im Klassenraum im Bett am Laptop gelernt wird. Und natürlich ließen es sich Bürgermeister Oliver Hermann – mit Zylinder und Gehrock in der Rolle von Nedwig – und Parlamentsvorsteher Karsten Korup – in der Rolle von Stadtbaurat Bruns – nicht nehmen, dem Schulgeburtstagskind einen Besuch abzustatten. Die beiden Stadtrepräsentanten erlebten, wie Mädchen und Jungen aus allen Fenstern gemeinsam sagen „Die Gedanken sind frei“. Einstudiert hatte das als Vater einer Erstklässlerin Georgios Kapoglou.

Zuvor hatten Mädchen und Jungen eindrucksvoll in zwölf Sprachen auf das Kinderrecht auf Bildung nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen hingewiesen.

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