BRassband des MCG : Zehn Jahre geswingt und gejazzt

Mir insgesamt knapp 20 aktiven Schülern ist die Brass Band des Wittenberger Gymnasiums derzeit gut aufgestellt. Mario Geidel (4.v.r.) und Mihai Filip (3.v.r. stehend) halten organisatorisch und musikalisch die Fäden in der Hand.
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Mit insgesamt knapp 20 aktiven Schülern ist die Brass Band des Wittenberger Gymnasiums derzeit gut aufgestellt. Mario Geidel (4.v.r.) und Mihai Filip (3.v.r. stehend) halten organisatorisch und musikalisch die Fäden in der Hand.

Schülerensemble blickt auf eine Dekade zurück / Feierstunde am 21. November mit Aktiven und Ehemaligen

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08. November 2014, 12:00 Uhr

„Mit drei Posaunen, zwei Trompeten, einer Gitarre und einem Schlagzeug ist der Anfang gemacht für eine eigene Gymnasiumsband.“ – So beginnt der Artikel, mit dem der „Prignitzer“ am 2. September 2004 über die Tags zuvor aus der Taufe gehobene Brass Band des Marie-Curie-Gymnasiums berichtete.

Mehr als zehn Jahre sind seitdem vergangen, und Musiklehrer Mario Geidel, von Anfang an organisatorisches Mastermind hinter der Kapelle, kann eine gewisse Rührung kaum verbergen, wenn er durch den dicken Hefter mit Zeitungsausschnitten blättert.

„Ich hatte bereits an der damaligen Gesamtschule Ensembles geleitetet. Nach meinem Wechsel ans Gymnasium ging es hier auch mit einer kleinen Band weiter“, erinnert sich Geidel. „Im Jahr 2003 kam dann das entscheidende Erlebnis: Ein Konzert der Band ,Swingside‘ zur Weihnachtsgala des Gymnasiums. Einige Schüler kamen daraufhin auf mich zu und fragten, ob man nicht eine Brassband gründen könnte. Und ein knappes Jahr später war es dann so weit.“

Riccardo Danelzig, Musiklehrer aus Groß Laasch und Bandleader von „Swingside“, übernahm zunächst die musikalische Leitung. 2006 ergab sich eine Kooperation mit der Kreismusikschule Prignitz, seitdem ist Mihai Filip der musikalische Chef. „Er hat die Band zu dem gemacht, was sie heute ist: Ein gut eingespieltes Ensemble, bei dem die Spielfreude auch richtig rüberkommt“, sagt Geidel und bezeichnet die Zeit von 2006 bis 2011 als „unsere fettesten Jahre“. 23 feste Mitglieder und ein umfangreiches Programm – die Brass Band hatte sich als musikalische Instanz in und um Wittenberge etabliert.

„Auch was die Auftritte angeht, lief es in dieser Zeit rund. Höhepunkt war 2010, als wir im regulären Programm des Dixielandfestes einen Platz hatten.“ Das alles, macht Geidel deutlich, sei maßgeblich dem Engagement der Schüler und der großen Unterstützung seitens der Schulleitung zu verdanken. „Als die Band gegründet wurde, hat ja niemand gedacht, dass das zehn Jahre Bestand hat. Von mir aus kann es so lange weiter gehen, wie die Schüler Lust auf gute, handgemachte Musik haben.“

Was die Musik selbst angeht, balanciert die Brass Band zwischen klassisch und modern. „Von Latin- und Jazz-Standards über Popsongs wie ,YMCA‘ oder ,Tequila‘ bis hin zu Filmmusiken wie Star Wars ist alles dabei“, sagt Geidel, betont aber, dass es weniger darauf ankomme, was, sondern eher, wie gespielt wird. „Wir haben inzwischen ein hohes Niveau erreicht. Jeder einzelne kann improvisieren, wenn es sich anbietet.“ Wie die Musik die Schüler verändert, sei besonders gut an Kittichai Srithep, einem Austauschschüler aus Thailand, zu bemerken gewesen. „Der Junge spielt eigentlich klassisches Piano, hat bei uns aber sofort Blut geleckt und sich total in den Jazz verliebt.“

Grundsätzlich seien alle Interessierten in der Band willkommen. „Allerdings sind wir so ehrlich, jemandem, bei dem sich auch nach einem halben Jahr kein Erfolg einstellt, zu sagen, dass es vielleicht nicht das Richtige für ihn ist“, macht Geidel klar. Dieser Anspruch mache das Ensemble aber auch attraktiv, sodass nicht nur Wittenberger Schüler hier musizieren, sondern auch Jugendliche aus Perleberg, Karstädt und Seehausen mitwirkten bzw. noch mitwirken.

„Die Brass Band war wirklich eine tolle Zeit“, sagt Jacob Schunn, der als Trompeter vier Jahre im Ensemble spielte. Mihai hat damals richtig Zug in den Laden gebracht, das ging bis zum Sieg beim Landemusikschulwettbewerb.“ Der Altersunterschied zwischen jüngeren und älteren Schülern sei nie ein Problem gewesen. „Wir haben uns gegenseitig mitgezogen und viel voneinander gelernt“, so Schunn, der nach seiner Schulzeit erst beim Stabsmusikkorps der Bundeswehr Trompete spielte und anschließend sein Instrument studierte. Auch für Sängerin Laura Schmidtke, mit 14 altersmäßig in der Mitte der Band angesiedelt, ist es völlig normal, mit älteren und jüngeren zusammen zu spielen. „Wir sind ein Team und haben gemeinsam Spaß an dem, was wir machen. Seit der 6. Klasse nimmt sie Gesangsunterricht, besuchte die Musikklasse des Gymnasiums und sei schließlich von Musiklehrer Mario Geidel gefragt worden, ob sie nicht in der Brass Band mitmachen wolle. „Hier kann ich richtig viel lernen und Bühnenerfahrung sammeln.“

In einem durchschnittlichen Jahr steht die Brass Band zehn bis 15 Mal auf der Bühne. Feste Termine sind beispielsweise die Schulgalas und Jugendweihen, aber auch in Wittenberges Partnerstadt Razgrad haben die jungen Musiker bereits aufgespielt. „Das war ein völlig verrückter Trip, denn wir hatten ein Hotel in Varna am Goldstrand mit all inclusive-Versorgung und so eine wunderbare Probenwoche.“

Zur Feier ihrer ersten Dekade lädt die Brass Band am Freitag, dem 21. November, ab 13 Uhr in die Aula des Marie-Curie-Gyamnasiums, Haus II, ein. „Wir wollen gemeinsam Musik machen und würden uns freuen, wenn auch von den Ehemaligen einige ihr Instrument mitbringen. Auf der Bühne ist für jeden ein Stuhl frei“, sagt Geidel. Außerdem sei ein kleiner Vortrag mit Einblicken in die Geschichte der Band geplant. Die Zusammenkunft, mit der die Veranstaltung ausklingt, bietet schließlich Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. „Zu erzählen gibt es sicher genug“, so Geidel.

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