zur Navigation springen

Straßensanierung in Perleberg : Zebrastreifen gibt’s nicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ergebnis der Zählung in Matthias-Hasse-Straße: Zu wenig Verkehr / Radler bekommen eigenen Bereich

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Noch in diesem Jahr soll die Fahrbahn in der Matthias-Hasse-Straße im Bereich der Schule für Gesundheitsberufe bis zur Brücke instand gesetzt werden. Damit wird die Straße dann zugleich in besagtem Bereich von derzeit noch acht bis neun Metern Bereite auch baulich auf 6,50 Meter verringert. Hier einen Fußgängerüberweg oder Zebrastreifen in diesem Zusammenhang gleich mit anzulegen, regte der Abgeordnete Hartmut Schneider (SPD) an. Eine Verkehrszählung sollte aber zuvor Aufschluss über die tatsächliche Frequentierung der Straße geben.

Akribisch wurde daraufhin gezählt, was sich hier in alle Richtungen bewegte. Das Ergebnis: Fünf Fußgänger, vier Radfahrer querten innerhalb einer Stunde die Straße. 452 Verkehrsteilnehmer (auch Radler) pro Stunde rollten über die einstige B 5, die jetzt in Stadthoheit ist, davon fuhren zehn in die Eichenpromenade oder heraus.

Im Vergleich dazu die Wittenberger Straße im Bereich des Zebrastreifen: Den querten 70 Fußgänger in der Stunde und 252 Verkehrsteilnehmer.

Laut Richtlinie sind die Mindestanforderungen für einen Zebrastreifen, sprich Fußgängerüberweg, 50 Fußgänger und 200 Fahrzeuge in der Stunde, bei 50 Fußgängern und 600 Fahrzeugen besteht ein Muss. Auch für eine bauliche Querungshilfe reicht es nicht. Bei mehr als 1000 Fahrzeugen könne man die Machbarkeit prüfen, sagt die Richtlinie. Wenn eine Verkehrsinsel dennoch kommen soll, bedeutet das zugleich bauliche Veränderungen. Hier konkret: Beidseitig müssen Fußwege angelegt werden. Zusätzliche Kosten für Planung, Querung und Gehweg.

Stattdessen sind die Vorstellungen der Stadt dahingehend, mittels einer gestrichelten Linie auf der dann eingeengten Fahrbahn auch für die Radfahrer einen geschützteren Bereich zu schaffen, der von der Sophienstraße bis kurz vor die Ortstafel reicht, erläuterte Robert Kazmierczak, zuständig für Verkehr bei der Stadt, den Mitgliedern des Bauausschusses. Damit werde automatisch auch die Geschwindigkeit herausgenommen.

Und genau das Rasen kritisierte Michael Hoheisel (Linke). Es sei nicht vordergründig die Breite der Straße, sondern die Geschwindigkeit, die hier gefahren werde. 50 Stundenkilometer sind erlaubt, doch daran halten sich die wenigsten. Mit dem Vorschlag der Stadt konnten sich die Ausschussmitglieder offensichtlich anfreunden. Fußgängerüberweg ist nicht möglich und auch eine Querungshilfe dürfte vom Tisch sein.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen