Wasserversorgung in der Prignitz : Zapels Wasserwerk bleibt trocken

Für den Anschluss der neuen Dörfer musste von Pröttlin nach Zapel eine neue Leitung gebaut werden.
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Für den Anschluss der neuen Dörfer musste von Pröttlin nach Zapel eine neue Leitung gebaut werden.

Groß Warnow versorgt Zapel, Rambow und Mellen mit Trinkwasser

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01. Juni 2016, 04:45 Uhr

Das Wasserwerk in Zapel ist nicht mehr in Betrieb. Der Westprignitzer Trink- und Abwasserzweckverband (WTAZV) nahm es vor wenigen Tagen vom Netz. Dursten muss aber niemand in Zapel, Rambow und Mellen. Die rund 200 Einwohner werden über das Wasserwerk in Groß Warnow versorgt, informiert Detlef Gottwald, technischer Leiter des WTAZV.

Die Fertigstellung der neuen Trinkwasserversorgungsleitung im Mai 2016 von Pröttlin nach Zapel war die Voraussetzung für die Stilllegung. Das aus den 60er Jahren stammende Werk war technisch verschlissen und arbeitete im Einstufenbetrieb: direkte Förderung aus Brunnen über die Aufbereitungsanlage ins Versorgungsnetz. „Damit war eine Rekonstruktion ausgeschlossen“, erklärt Gottwald.

Das Werk in Groß Warnow hingegen arbeitet im Zweistufenbetrieb. Aus drei Brunnen entnommenes Rohwasser wird über eine aus zwei geschlossenen Schnellfiltern bestehende Aufbereitungsanlage den drei Reinwasserbehältern mit je 100 Kubikmetern Speichervolumen zugeführt. Drei Pumpen in Kombination mit einem Druckkessel befördern das Trinkwasser zu den Verbrauchern. Angeschlossen waren bereits die Dörfer Pröttlin, Pinnow, Groß Warnow, Klein Warnow, Reckenzin und Streesow.

Erfreulich für die Einwohner aus dem Einzugsgebiet des alten Wasserwerks Zapel ist, dass ihnen jetzt ein Wasser mit geringerer Gesamthärte zur Verfügung steht. Betrug der Härtegrad bisher 23, liege der neue bei zwölf. Den Vorteil werden vor allem Hausfrauen zu schätzen wissen: Die Kalkablagerung verringert sich in der Hausinstallation, Waschmittel kann geringer dosiert werden. Dieses ist darin begründet, dass die Härtebildner die Waschkraft von Waschmitteln verringern.

Für die Baumaßnahme wurden eine 2150 Meter lange Hauptversorgungs- und 200 Meter Hausanschlussleitungen verlegt. Die Gesamtkosten betrugen rund 238 300 Euro, davon waren 45 500 Euro gefördert.

„Mit dieser Investition kommen wir unserem Ziel näher, eine angemessene Versorgungsstruktur im Verbandsgebiet zu erwirken“, sagt Detlef Gottwald. 1990 hatte der WTAZV 35 Wasserwerke betrieben. Mit dem Wegfall von Zapel sind es noch 20, angestrebt wird die Zahl von rund 15. Eine effektive Versorgungsstruktur sei Voraussetzung, um auf die objektiven Herausforderungen für die künftige infrastrukturelle Gestaltung ländlicher Versorgungsgebiete vorbereitet zu sein.



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