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Judenhof: Baustart noch für 2014 geplant : „Zangengeburt“ auf der Zielgeraden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Für das Judenhof-Projekt gibt es nun auch mit der Baugenehmigung endgültig grünes Licht / Eröffnung für Herbst 2015 geplant

von
erstellt am 09.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Als das Projekt Judenhof vor allem im vergangenen Jahr die Geister tief spaltete, gab es ernsthafte Befürchtungen, dass die Idee endgültig zum Scheitern verurteilt sein werde. Nun jedoch befindet sich die „Zangengeburt“ auf der Zielgeraden: Die Baugenehmigung für die Errichtung einer Informations- und Begegnungsstätte liegt vor. Die Stadt befindet sich im Ausschreibungsverfahren. Man hofft, noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten starten zu können.

Danach sah es noch vor Jahresfrist nicht aus: Nachdem der Perleberger Kulturverein über lange Zeit an der Projektidee feilte, Befürworter und auch Geldgeber suchte, drohte das Vorhaben in der Parchimer Straße an der Frage nach den Kosten und einer offenbar zu geringen Akzeptanz zu scheitern. Der Stadtentwicklungsausschuss hatte noch im Februar 2013 einstimmig für die Umgestaltung im Wert von rund 200 000 Euro, unterstützt durch Fördermittel, gestimmt. Nachdem dann die Kostenfrage in den Vordergrund rückte, nahm man den für April avisierten Beschluss von der Tagesordnung des Stadtparlaments herunter. Die Verwaltung wurde ihrerseits vom Parlament beauftragt, eine preiswertere Alternativ-Variante erarbeiten zu lassen – was sie auch tat. Zum Tragen kam der Entwurf, der eine vollkommen offene, eher luftige Gestaltungsweise vorsah, indes nicht, denn im November vorigen Jahres sprach sich eine Mehrheit der Stadtverordneten dann doch für die Variante des Kulturvereins aus.

Bereits 2005 war der Judenhof Bestandteil des jährlich ausgelobten Kulturlandprojektes Brandenburg. Ein erstes Konzept hatte der Verein 2007 vorgelegt. Im Jahr darauf wurde die Eigentumsfrage geklärt, Grundstück und Immobilie, die das Land zuvor für wasserwirtschaftliche Zwecke genutzt hatte, wurden an die Stadt zurückübertragen. Das Areal wurde mit Stelen ausgestattet, die in schriftlicher Form die Bedeutsamkeit des Ortes dokumentieren. In einer Renovierungsaktion hatten sich 2011 Gymnasiasten der Stelen angenommen und sie wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt. Der Perleberger Judenhof gilt als kulturhistorisch besonders wertvoll, weil er der am besten erhaltene seiner Art in Norddeutschland ist. 2010 wurde Perleberg – auch aufgrund der Projektidee – mit dem Titel „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet.

Bei Laugenbrezel und Wein möchten Mitglieder des Kulturvereins morgen im Anschluss an das Benefizkonzert vom Stand des Bauvorhabens berichten. Die künftige Begegnungsstätte soll im Herbst 2015 eröffnet werden.


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