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Pritzwalker Unternehmen verkauft : Zahnradwerk hat neuen Investor

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Andreas & Peiffer Gruppe aus Berlin will die 165 verbliebenen Arbeitsplätze erhalten.

Für das insolvente Zahnradwerk ist ein Investor gefunden. Wie der Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff informierte, soll die Andreas & Peiffer Gruppe das Unternehmen weiterführen. „Ich denke, wir haben damit einen Investor gefunden, der auf der einen Seite Erfahrung hat in der Führung ähnlicher Unternehmen mit ähnlicher Struktur und Größe und gehen davon aus, dass dies auch eine nachhaltige Entscheidung für Pritzwalk und die Mitarbeiter ist“, sagt Geschäftsführer Maximilian van de Loo.

Die Investoren aus Berlin werden nach jetzigem Stand die Firma zum 3. April übernehmen. Alle verbliebenen 165 Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden, heißt es. Im Zuge des Insolvenzverfahrens hatte sich das Unternehmen von 70 Mitarbeitern getrennt (wir berichteten). 56 sind in eine Transfergesellschaft gewechselt, 14 in den Ruhestand gegangen. Neben dem Zahnradwerk werden die Investoren auch die Firma PriCogear übernehmen. Diese ist dem Zahnradwerk angegliedert und betreibt unter anderem eine Härterei, ist als eigenständiges Unternehmen aber nicht von der Insolvenz betroffen. Wie es um die Zukunft der PriCogear-Mitarbeiter bestellt ist, konnte Maximilian van de Loo noch nicht sagen.

Insolvenzverwalter Graf Brockdorff betont, dass es in dem seit November 2016 geführten Insolvenzverfahren eine sehr gute und enge Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Geschäftsführer Heiner van de Loo, aber auch mit dem Brandenburgischen Wirtschaftsministerium und der Pritzwalker Stadtverwaltung gab. „Die letzten Wochen und Monate waren für alle Beteiligten nicht leicht. Mir war es in dem Zusammenhang vor allem wichtig, dass wir einen Investor finden, der mit nachhaltigen Konzepten das Zahnradwerk perspektivisch weiterführen wird und vor allem die Arbeitsplätze in Pritzwalk erhält“, sagt Heiner van de Loo.


Lob aus dem Rathaus


Ronald Thiel, stellvertretender Pritzwalker Bürgermeister, bezeichnet die Nachricht als einen guten Tag für Pritzwalk. Für ihn sei die oberste Priorität der Erhalt der Arbeitsplätze. „Damit können die Beschäftigten auch ihren Lebensmittelpunkt in Pritzwalk und der Region behalten und dem Vernehmen nach leistet auch die Transfergesellschaft gute Arbeit. Hier sollen bereits zahlreiche ehemalige Zahnradwerker in neue Jobs vermittelt worden sein“, sagt Thiel.

Das Zahnradwerk litt zuletzt darunter, dass die Getriebepreise für Windkraftanlagen sanken und Hersteller von Schienenfahrzeugen unter dem Russland-Embargo leiden. Heiner van de Loo hatte den Betrieb 1993 übernommen und international zu einem renommierten Hersteller für Kupplungen und Antriebstechnik gemacht. Zeitweise waren mehr als 400 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.

Am 3. April werden sich die neuen Eigentümer bei der Betriebsübergabe auch der Öffentlichkeit vorstellen und zu ihrem genauen Vorhaben und ihren Konzepten informieren, heißt es von der Unternehmenskommunikation. Die Andreas & Peiffer Gruppe ist als Holdinggesellschaft an verschiedenen Unternehmen in Deutschland beteiligt.

 

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