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Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 13:37 Uhr

Zahl der Selbstständigen steigt

vom

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2011 | 09:50 Uhr

Prignitz | Von 2009 bis zum vergangenen Jahr haben ein Viertel aller Existenzgründer in der Prignitz aufgegeben. So besagt es eine Statistik der Deutschen Presseagentur, die sich auf die Statistischen Landesämter beruft. Ihr zufolge steht der Landkreis mit diesem Saldo von 25 Prozent an vorletzter Stelle von allen 412 Landkreisen und kreisfreien Städten bundesweit. Das bedeutet, dass im vergangenen Jahr 507 Gewerbe angemeldet, aber 526 abgemeldet wurden.

Diese Zahlen kann Sandra Balkow nur schwerlich nachvollziehen. Sie ist als Gründerlotsin beim Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz (TGW) in Wittenberge tätig und begleitet seit 2004 Existenzgründer in die Selbstständigkeit. Sie legt Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Potsdam vor.

"Was die IHK-zugehörigen Unternehmen betrifft, verzeichnet die Kammer für die Prignitz einen stetigen Anstieg seit 2005", so Balkow. Allein von 2009 bis zum 30. Juni dieses Jahres stieg die Zahl der Neugründungen von 5005 auf 5190. Ähnlich die Zahlen der Handwerkskammer Potsdam: Bis zum 30. September waren in der Prignitz 1250 Betriebe ansässig, 2009 waren es 1211.

Als Gründerlotsin hat sie tagtäglich mit Existenzgründern Kontakt, begleitet sie auf ihrem Weg. Das Konzept ist erfolgsversprechend, wie zahlreiche Beispiele bestätigen würden. Rund 200 Gespräche führe sie pro Jahr, etliche habe sie in die Selbstständigkeit verholfen, sagt die Gründerlotsin. Tendenz steigend.

Zirka 30 Prozent seien Handwerker wie Friseure, Kosmetiker, Maler oder Metallbauer. "Aber auch Dienstleistungen, Pflegedienste, Gesundheitsdienstleistungen, Gastronomie, und touristische Angebote sind darunter", so Balkow. Nicht nur Einzelhändler sondern auch produzierendes Gewerbe verhalf sie auf den Weg, wie etwa die Inoxx-Laser GmbH mit Sitz im Wittenberger Gewerbegebiet Süd. Eine Entwicklung freut sie ganz besonders: "Einige ehemalige Arbeitslose haben bereits eigene Angestellte." Das fördere die Wirtschaft.

Eine der erfolgsversprechendsten Gründungen, die mit Hilfe von Sandra Balkow 2009 an den Markt ging, ist das Floristikgeschäft "Petite Fleur" in Lenzen von Constanze Ulrich. Sie erhielt in diesem Jahr den Sonderpreis beim Wettbewerb "Unternehmerinnen des Landes Brandenburg". Auch Jörg Nafe aus Breese hat ihr den Schritt in die Selbstständigkeit zu verdanken, in der er sich seit 2004 mit seinem Malerfachbetrieb behauptet. Ein weiteres erfolgreiches Beispiel ist die Gaststätte in Sargleben von Birgit Bischoff und Brigitte Pohlmann - seit sieben Jahren im Geschäft.

Dass in der Prignitz die Zahl der Existenzgründungen bedingt durch die starke Arbeitslosigkeit hoch sei, schlussfolgert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der diesen Trend bundesweit beobachte. Laut der DIHK soll scheitern gerade deshlab zahlreiche Existenzen. Sandra Balkow stimmt dem nur teilweise zu: "Für Selbstständige, die aus der Arbeitslosigkeit kommen, steht die Existenz auf dem Spiel. Die Wenigsten gründen nicht schnell mal nebenbei’, sondern sie müssen sich intensiv um die Sicherung des Lebensunterhaltes kümmern." Dass sich immer mehr Menschen selbstständig machen, sei auch den guten Förderbedingungen in Brandenburg zu verdanken. "Es gibt kaum ein anderes Bundesland, das aus Sicht der Gründungsförderung über Lotsendienste so attraktiv ist für Existenzgründungen", erklärt Sandra Balkow.

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