Prignitz-Tierschau in Blüthen : Zafira holt den Pokal nach Kietz

Ulrich Sachtleben (l.), Geschäftsführer der Lenzener Wische GmbH Kietz, nimmt den Pokal und einen Ehrenpreis des Landes Brandenburg für besondere Leistungen in der Tierzucht für „Zafira“, Siegerkuh der Tierschau und Miss Prignitz 2014, entgegen.
Ulrich Sachtleben (l.), Geschäftsführer der Lenzener Wische GmbH Kietz, nimmt den Pokal und einen Ehrenpreis des Landes Brandenburg für besondere Leistungen in der Tierzucht für „Zafira“, Siegerkuh der Tierschau und Miss Prignitz 2014, entgegen.

Auf der 20. Prignitz-Tierschau präsentierten 30 Landwirtschaftsbetriebe mehr als 110 Tiere / Erstmals war Blüthen Austragungsort

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08. Juli 2014, 08:00 Uhr

Premiere gelungen – die Prignitz-Tierschau fand zwar am vergangenen Sonntag zum 20. Mal statt, doch erstmals in Blüthen und wurde mit einem Bauernmarkt ergänzt. Die besseren logistischen Bedingungen hatten den Tierschauverein bewogen, die Veranstaltung von Gulow/Steinberg nach Blüthen zu verlegen.

30 Landwirtschaftsbetriebe präsentierten den Gästen mehr als 110 Tiere – vom Milch- und Fleischrind bis hin zu Schafen und Schweinen, die Pferde nicht eingerechnet. Besonderes Augenmerk galt den Spitzentieren der Milchviehhaltung, steht doch die Tierschau unter dem Motto „Hohe Leistungen und Langlebigkeit zeichnen Prignitzer Kühe aus“. „Die Züchter der Prignitz sind bemüht, in enger Zusammenarbeit mit den Landesverbänden weiter an der Verbesserung der Tierbestände zu arbeiten. Die Züchter selbst haben optimale Haltungsbedingungen als Bestandteil des Tierschutzes und Voraussetzung für die Entfaltung des genetischen Potenzials der Tiere geschaffen“, betonte der Vorsitzende des Prignitzer Tierschauvereins Uwe Kessler.

Und so hatte es Preisrichterin Nicole Volkmann aus Jessen/Wittenberg nicht leicht, die Siegerkühe der einzelnen Klassen zu bestimmen. Auch wurden die beste Euterkuh, die Kuh mit der höchsten Gesamtleistung (110 678 Kilogramm Milch) und das Tier mit der höchsten Laktations-Durchschnittsleistung von 11 070 Kilogramm sowie die Miss Prignitz 2014 (Zafira, Lenzener Wische Rinderzucht GmbH) prämiert. Der Rinderzuchtbetrieb aus Kietz stellte bereits 2007, 2008, 2009 und 2011 die Gesamtsieger-Kuh.

Erfreulich, dass auch wieder knapp 20 Jungzüchter mit Kälbern bzw. Färsen zum Wettbewerb in den Parcours kamen. Auf dem zweigeteilten Reitplatz präsentierten sich ebenfalls die Pferdezuchtvereine Prignitz und Westprignitz mit Rasseschaubildern. Auch bewies der Nachwuchs in einem Jungzüchterwettbewerb sein Können.

Über eine besondere Auszeichnung konnte sich der Hybrid-Schweinezuchtverband Nordost freuen, dem die drei Prignitzer Betriebe Cord Kruse Lübzow GbR, (Spermaproduktion und Jungsauen), Agrargenossenschaft Pirow (Ferkelproduktion) und Tierzuchtgenossenschaft Pirow (Mastschweine) angehören. „Die Prignitz hat mit ihrem Zuchtverband seit Jahren ein sehr gut funktionierendes Konzept, das wollen wir mit der Tierzuchtmedaille des Landes Brandenburg in Bronze auszeichnen“, erklärte Dr. Ingrid Wicke, Fachberaterin beim Hybridschweinezuchtverband.

Aussteller waren auch fünf Schafbetriebe, davon zwei Hobbyhalter. Der Schafbestand ist stark zurück gegangen. In der Prignitz wurden nur noch 12 300 Tiere, davon 7976 Mutterschafe, gezählt. Zudem halbierte sich die Zahl der Schäfer im Haupterwerb von 15 auf nur noch sieben. Hobbyschäfer gibt es in der Prignitz rund 600. Gründe für den Rückgang sind, dass Flächenpacht und Futter immer teurer werden, die Mutterschafprämie 2005 abgeschafft und auf die Flächenprämie umgelegt werden. „Das traf die Schafbetriebe hart, weil sie wenig eigene Flächen haben und Pachtflächen durch die Konkurrenz zu Maisanbau für Biogas sehr rar oder teuer, und damit kaum bezahlbar sind“, bedauert Helmut Klagge, Geschäftsführer des Schäfervereins Prignitz.






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