Zäh und robust: Meister Adebar trotzt tapfer der Kälte

<strong>Das Federkleid dick</strong> aufgeplustert hocken die ersten Störche in ihren schneebedeckten Horsten. Der Rotschnabel ist kälteresistent.<foto>dpa</foto>
Das Federkleid dick aufgeplustert hocken die ersten Störche in ihren schneebedeckten Horsten. Der Rotschnabel ist kälteresistent.dpa

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25. März 2013, 06:22 Uhr

Prignitz | Trotz dicker Schneeschicht und Dauerfrost haben sich die ersten Störche des Jahres bereits in der Prignitz niedergelassen. Ein Weißstorch-Paar in Nebelin und jeweils einer in Wootz und Lockstädt warten darauf, dass es endlich Frühling wird.

Die anhaltende Frostperiode mache Meister Adebar jedoch gar nicht so viel aus, weiß Falk Schulz, ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer des Nabu im Landkreis Prignitz. "In der Vergangenheit haben schon öfter Störche bei uns überwintert", weiß der Storchenexperte. Gegen Kälte wissen sich die Tiere zu schützen: Sie schränken ihre Aktivitäten bis auf ein Minimum ein und senken dadurch ihren Energieverbrauch. Sie halten sich in geschützten Ecken oder in Gräben mit fließendem Gewässer auf, weil Wasser wärmer ist als Luft. Dort finden sie auch Nahrung.

Falk Schulz rät indes davon ab, die Störche zu füttern. "In dem Moment tut man den Tieren sicherlich etwas Gutes, allerdings besteht die Gefahr, dass sie durch die Fütterung zu sehr auf den Menschen geprägt werden. Störche sind und bleiben aber Wildtiere." Die vier jüngst angekommenen Störche gehören laut Schulz zu den Westziehern, die zum Überwintern nicht weiter als bis Spanien geflogen sind oder aus Pflegestationen stammen - der Grund, weshalb sie schon früher als üblich hier sind.

Der Großteil der Störche, die Ostzieher, haben den Winter in Afrika verbracht. Sie machen etwa 90 Prozent der heimischen Weißstörche aus. Momentan befinden sie sich in Israel, mit ihrer Ankunft werde Mitte April gerechnet. Die winterlichen Witterungsverhältnisse wirken sich daher nicht auf die Ankunft von Meister Adebar aus. "Das derzeitige Wetter in Deutschland ist ihnen herzlich egal", schmunzelt der Storchenexperte. Nur wenn die Rotschnäbel auf dem Zug gen Norden mit Kälteeinbrüchen konfrontiert werden, etwa in der Türkei, könne es zu einer verspäteten Ankunft und damit zu möglichen Brut ausfällen kommen. Darüber könne man aber noch nichts sagen.

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