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Nach dem Sturm : Xavier sorgt weiter für viel Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Beseitigung der Sturmschäden in der Stadt und den Ortsteilen wird Wochen dauern / Gefahrenabwehr und Verkehrssicherung Vorrang

von
erstellt am 14.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Gut eine Woche nach Sturm Xavier kehrt allmählich wieder Normalität ein. „Die Auswirkungen sind aber noch zu spüren“, räumt Antje Hartwig vom Umweltamt der Stadt ein. Wie viele Bäume letztlich in der Stadt und den Ortsteilen den Sturm nicht überstanden haben, da sei man immer noch am Ermitteln. „Verkehrssicherungsmaßnahmen haben Vorrang“, macht die Umweltfachfrau deutlich.

Die Sturmschäden in der der Stadt selbst seien lokal begrenzt. Insbesondere am Edeka-Markt in der Lindenstraße, aber auch auf dem Grahl- und dem Engelsplatz gab es viel Windbruch. „Natürlich werden wir dort, wo es möglich ist, für Ersatz sorgen“, betont Antje Hartwig. Doch es gebe keine Auflagen für Ersatzpflanzungen bei Windbruch. „Es gab schließlich keine Fällgenehmigung“, versucht sie den Sachverhalt zu erläutern.


Fällgenehmigung zuvor beantragen


Andersherum bedarf es aber einer Fällgenehmigung, wenn beispielsweise ein riesiger Ast durch den Sturm abgebrochen wurde und die Standsicherheit des Baumes dadurch nicht mehr gegeben ist. Gehe aber von dem Baum eine unmittelbare Gefahr aus, dann reicht ein Anruf beim Umweltamt der Stadt, allerdings bevor die Säge angesetzt wird.

Für einige Bäume in der Stadt und den Ortsteilen hat demnächst allerdings das letzte Stündlein geschlagen. Beispielsweise Robinien in der Quitzower Straße müssen gefällt werden, zu groß sei der Schaden in den Kronen. Ebenso wurden drei Eichen im Hagen stark beschädigt.

Es gibt noch zu viel zutun, so dass Prioritäten gesetzt werden müssen. Bevor Wege an Kleingärten „durchforstet“ werden, müssen Straßen, öffentliche Wege und dann auch noch die Grünanlagen von Windbruch beräumt werden. „Alles andere folgt danach“, macht Antje Hartwig deutlich. Insofern sei man jedem dankbar, der zupackt, Geäst und Strauchwerk selbst wegräumt bzw. zusammenträgt. „Aber keinesfalls selbst Bäume herunternehmen.“

Auch gesperrte Radwege sind nicht umsonst gesperrt.


Stadtbetriebshof im Dauereinsatz


Die Nachwehen des Sturms binden auch im Stadtbetriebshof noch sämtlichst Personal und Technik. „Das Stadtgebiet haben wir so gut wie beräumt, Verbindungsstraßen und Wege in den Ortsteilen sind in der nächsten Woche dran“, listet Leiter Reinhard Könning auf. Auch in den Kitas gab es erheblichen Schaden an Zaun- und Toranlagen durch umgestürzte Bäume. „Die Schäden sind zumeist behoben“, so Könning. Probleme gebe es hingegen noch mit der Straßenbeleuchtung. Elf Lampen hat der Sturm geerdet. „Die Bestellungen sind ausgelöst, wir warten auf die Ersatzteile.“

Meiden sollte man unbedingt noch die Parkanlagen. „Nach den Ortsteilen sind die an der Reihe“, kündigt der Stadtbetriebshofleiter an. Parallel dazu müssen auch noch die landwirtschaftlichen Flächen beräumt werden, die „unsere Bäume oder Geäst von diesen blockieren“. Hilfe gab es da bereits von etlichen Landwirten. Auch Bürger packten mit an, insbesondere auf den städtischen Friedhöfen wie in Quitzow. „Dort müssen wir aber auch noch mit Technik ’ran. Drei Bäume hat der Sturm hier entwurzelt“, so Könning.


Wohin mit Strauchwerk und Geäst?


Wohin mit dem Geäst? „Aus dem öffentlichen Raum holen wir alles ’raus. Private können die Äste und Zweige bei uns in der Wittenberger Chaussee 1 abliefern“, führt Könning an. Für den Windbruch auf dem eigenen Grundstück ist jeder selbst zuständig. Ihn einfach an die Straße zu legen, wie es ein Eigentümer in der Heinrich-Heine-Straße machte und so noch dazu den Gehweg blockierte, das gehe gar nicht. Auch die Laubsäcke und Laubcontainer sind dafür nicht gedacht. „50 Laubsäcke und 20 Container haben wir bereits ausgebracht. Sie werden nun auch wieder planmäßig entleert.“


Probleme auf dem Perleberger Friedhof


„Der Sturm hat etliche Bäume auf unserem Friedhof entwurzelt“, berichtet Pfarrerin Verena Mittermaier. Was machbar war, haben die Mitarbeiter selbst beräumt bzw. sind immer noch dabei. Für alles andere habe man externe Unternehmen verpflichtet. „Doch die haben jetzt alle Hände voll zu tun“, so die Pfarrerin. In 14 Tagen werden sie aber auf dem Perleberger Friedhof beginnen. Zudem sei man mit der Stadt im Gespräch, denn auch die Kriegsgräberstätte sei betroffen. „Wir haben den Friedhof nicht gesperrt, aber bitten alle, äußerste Vorsicht walten zu lassen.“

Die Zahl der umgekippten Bäume in Tierpark hat sich mit rund 80 inzwischen verdoppelt. „Aber die Hauptwege sind alle beräumt, wir haben wieder geöffnet“, so Tierparkleiter Michael Niesler. Und er lädt alle Kinder schon mal für den 19. Oktober, 10 Uhr, zum Tierparkfest ein.  

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