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Wunderblutkirche: "Lifting" für die Westwand

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erstellt am 21.Jun.2013 | 05:41 Uhr

Bad Wilsnack | Vom Boden bis zur Decke ist derzeit die westliche Innenwand der Wunderblutkirche eingerüstet. Mitarbeiter der Nickel und Weger GbR aus Legde sowie der Restauratoren-Firma von Oliver Helle aus Rhinow legten alte Farbanstriche und Malereien frei, reinigen die Fassade und werden gemeinsam mit weiteren Fachleuten in den kommenden Wochen - voraussichtlich bis September - dafür sorgen, dass die Orgelwand künftig wieder einen attraktiven und auch aufschlussreichen Anblick bietet.

Das Projekt, so Pfarrer Daniel Feldmann, werde - ebenso wie die vor kurzem erfolgte Neugestaltung des Eingangsbereiches mit dem Eine-Welt-Laden - zu zwei Dritteln aus dem Fonds Integrierte ländliche Entwicklung (ILE) gefördert. Die Kosten für die Westwand belaufen sich auf insgesamt rund 47 000 Euro. Ein Drittel bringt die evangelische Kirchengemeinde als Eigenanteil selbst auf.

Instandhaltungs- und Restaurierungsarbeiten in der Wunderblutkirche laufen seit vielen Jahren ähnlich - verteilt auf einzelne, relativ kleinteilige Vorhaben. Von diesem Modus wolle man in Zukunft weg, macht Daniel Feldmann deutlich. Um perspektivisch an größere Fördertöpfe zu gelangen, die der Bedeutung des Gotteshauses und des Wallfahrtsortes besser entsprechen, müsse man konzeptionell anders herangehen. "Wir wollen über Personen und Zeiträume hinaus planen", erläutert der Pfarrer die Dimension. Das soll in Zusammenarbeit mit dem Kirchenbauinstitut Marburg geschehen. Genauer gesagt handelt es sich dabei um das EKD-Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Philipps-Universität Marburg unter Leitung von Professor Thomas Erne. Gemeinsam soll ein architektonisches Gesamtkonzept für die Wunderblutkirche entwickelt werden. Für die Forcierung eines Ausstellungskonzeptes arbeiten die Wilsnacker mit dem Kunsthistoriker Dr. Peter Knüvener, Leiter des Perleberger Stadt- und Regionalmuseums, zusammen. Das Fundraising, also die professionelle Mittelakquise, so Daniel Feldmann, sei eigentlich Aufgabe des Kirchenkreises, der Kirchengemeinde oder auch der Stadt. "Aber wir haben hier vor Ort einfach zu wenig Personal, gehen daher nun einen anderen Weg und hoffen, für die Wunderblutkirche an Fördertöpfe zu gelangen, die möglichst ohne Eigenanteil funktionieren ", sagt der Pfarrer. Allein, wenn in absehbarer Zeit einmal das Kirchendach fällig wäre, würde ein Eigenanteil die Möglichkeiten der Gemeinde um ein Vielfaches übersteigen.

Parallel zu diesen strategischen Überlegungen geht es jetzt erst einmal an der Westwand der Kirche voran. Die farbliche Gestaltung soll künftig Umrisse des Daches der alten Pilgerkirche sichtbar machen. Außerdem, so Restaurator Oliver Helle, werde man die früheren Spitzbogenfenster optisch herausarbeiten und den Ausguck wieder öffnen, aus dem früher der Glöckner in den Kirchenraum schaute. Auch die Draperiemalerei wird wieder hergestellt und nicht zuletzt erhalten Nachbildungen der Apostelfiguren hier ihren angestammten Platz. Die restaurierten Originale werden voraussichtlich ab 2014 in Vitrinen in der Wunderblutkirche zu sehen sein.

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