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Wolfsgehege: Höherer Zaun und zusätzlich Strom

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erstellt am 06.Jun.2013 | 05:21 Uhr

Perleberg | Für zwei Tage musste Anfang Mai der Tierpark schließen. Der Grund: Ein Wolf war aus dem als ausbruchssicher geltenden Gehege entlaufen und hielt sich im Gelände auf. Alle Fang- und Betäubungsversuche schlugen fehl. Das Tier wurde daraufhin erschossen. Insbesondere auf der Facebook-Seite des "Prignitzers" wurde und wird auch noch heute über diesen Vorfall diskutiert. Und immer wieder wird die Frage gestellt, was hat sich seither in punkto Sicherheit im Tierpark getan. So einiges, auch wenn laut geltenden Richtlinien kein Handlungsbedarf bestand, betont Tierparkleiter Michael Niesler. Er macht kein Hehl daraus, dass man über das Ende des Tieres alles andere als glücklich ist. "Die in Gefangenschaft lebenden Wölfe sind zwar auf Menschen geprägt, aber es sind keine Schoßtiere, sprich sie sind nicht handzahm."

Frei lebende Tiere gelten als sehr scheu und blutscheu dem Menschen gegenüber. Aber was ist bei einem in Gefangenschaft lebenden Tier? "Das Vorgehen der Verantwortlichen war absolut richtig", machte Dr. Sabine Kramer als Amtstierärztin und Geschäftsbereichsleiterin in der Kreisverwaltung gegenüber dem "Prignitzer" deutlich. Als alle Versuche scheiterten, die junge Wölfin einzufangen, blieb keine andere Möglichkeit, als sie zu erschießen.

Dass jene überhaupt die Wolfsanlage überwinden konnte, sei für alle immer noch ein Rätsel. "Klettern ist für Wölfe untypisch", so Niesler, der sich auch mit anderen Tierparks und Zoos daraufhin in Verbindung gesetzt hatte. Doch es gebe immer wieder Ausnahmen, "eine 100-prozentige Sicherheit, dass derartige Vorfälle sich nicht ereignen, kann keiner geben". 1986 war so auch in Wismar ein Wolf ausgebrochen und musste getötet werden.

Die Anlage im Perleberger Tierpark sei mit Unterschutzboden und Strom so konzipiert und projektiert, dass sie als ausbruchssicher gilt, eben, "dass nichts passieren kann", erläutert der Tierparkleiter. Trotzdem habe man in punkto Sicherheit noch aufgestockt. Die Umzäunung wurde zusätzlich erhöht und abgewinkelt und ein weiterer Stromdraht gespannt. Alle halbe Jahre werden alle Anlagen mit Strom von einer hiesigen Fachfirma kontrolliert.

Warum die junge Wölfin, die weder tragend war, noch dass es zuvor irgendwelche Anzeichen von Spannungen im Rudel gab, die Gehegeumzäunung überwandt, weiß niemand. "Seit knapp 30 Jahren halten wir Wölfe, haben also durchaus auch Erfahrungen mit diesen Tieren. Selbst Rangkämpfe, wie es sie immer mal gibt, gab es zu diesem Zeitpunkt nicht ", ergänzt Tierpfleger Karsten Künstler. Fakt sei aber, nach diesem Vorfall war das Rudel auffallend unruhig, "verängstigt und schreckhaft, hatten wir den Eindruck", fügt Künstler an. Inzwischen sei aber alles wieder ruhig, "so als wäre nie etwas passiert".

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