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Weiteres Tier Nahe der Katfelder Mühle : Wolf bei Pritzwalk gesehen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jäger entdeckt Isegrim im Naherholungsgebiet Hainholz.

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Das städtische Wappentier, der Wolf, ist zurück. „Als mir einige Jogger berichteten, dass sich im Pritzwalker Hainholz ein Wolf aufhält, winkte ich ab: Sicher nur wieder ein Hund, der von seinem Besitzer Freilauf im Wald bekommt“, sagt Rudolf Scholz, langjähriger Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und erfahrener Jäger aus dem Pritzwalker Jagdverband. Ein Verhalten von Hundebesitzern, das immer wieder vorkommt und von den Jägern nicht gern gesehen wird.

Der Wolf ist seit jeher das städtische Wappentier von Pritzwalk.
Der Wolf ist seit jeher das städtische Wappentier von Pritzwalk. Foto: thob

Doch dann geschah es: Am 12. Dezember des vergangenen Jahres kontrollierte Scholz die Hoch- und Ansitze für die Drückjagd, die zwei Tage später im Hainholz stattfinden sollte. „Es ist schon etwas später geworden und dann plötzlich stand der Wolf im Scheinwerferlicht meines Autos. Ich habe gedacht ich spinne. Sehr große aber schlanke Statur, helles Fell und gelb bis rötlich leuchtende Augen. Das war eindeutig ein Wolf und er bewegte sich im Wald wie ein Fisch im Wasser. Das war sein Element. Ich war schon ziemlich fassungslos“, sagt Scholz. Dass Isegrim wieder zurück ist in Pritzwalk, bekamen dann die Jäger am 14. Dezember bei der Drückjagd zu spüren. 46 Schützen brachten gerade mal ein Reh, ein Wildschwein und einen Fuchs zur Strecke. Auch die 28 Treiber, meist von der Forstschule in Neustadt/Dosse, haben kein Wildtier im Wald gesehen. „Das Wild im Hainholz hat sich offenbar auf den Wolf eingestellt und den Bereich einfach verlassen. Die Tiere, die erlegt wurden, waren allein im Wald unterwegs, also Einzeltiere. Das ist schon sehr ungewöhnlich. Wir beobachten, dass sich die Wildtiere anders verhalten, wenn der Wolf im Revier ist. Sie verlassen den Wald, suchen in Feldhecken und kleinen Waldstücken Unterschlupf. Der Wolf jagt nicht gern auf dem freien Feld, deshalb sind die Tiere dort sicherer“, sagt Scholz.

Doch nicht nur im Hainholz, sondern auch im Bereich der Dömnitz in der Nähe der Katfelder Mühle wurde ein Wolf festgestellt. Ob es dasselbe Tier war ist unklar. „Das bedeutet für den Menschen noch keine große Gefahr. Aber das Hainholz ist eben Naherholungsgebiet und vor allem Hundebesitzer müssen aufpassen. Einige lassen immer wieder ihre Hunde frei im Stadtwald laufen. Wenn der Wolf einen Hund zu fassen bekommt, hat es sich für den erledigt. Der Wolf betrachtet den Hund als Eindringling in sein Revier, als Nahrungskonkurrenten und dem Wolf ist es egal ob es Hase oder Hund zum Abendessen gibt“, erklärt Scholz. Diese leidvolle Erfahrung mussten nach seinen Ausführungen auch andere Jäger in anderen Bundesländern bereits machen. „Ich sehe aber eines als Problem an: Wenn der Wolf merkt, dass für ihn vom Menschen keine Gefahr ausgeht, wird er die Scheu gegenüber den Menschen verlieren. Er kommt dichter an die Wohnsiedlungen heran und ich will nicht ausschließen, dass er dann irgendwann auch in den Städten lebt, so wie Wildschweine oder Füchse das ja seit langem in Großstädten tun“, sagt Rudolf Scholz.

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