Flüchtlinge : Wohnungszahl aufgestockt

Flüchtlingsunterkünfte in Turnhallen wie hier in Baden-Württemberg will der Landkreis Prignitz nach Möglichkeit vermeiden. Die Kommunen sind aufgefordert, freien Wohnraum zu melden.
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Flüchtlingsunterkünfte in Turnhallen wie hier in Baden-Württemberg will der Landkreis Prignitz nach Möglichkeit vermeiden. Die Kommunen sind aufgefordert, freien Wohnraum zu melden.

Außer in Baek sollen Asylsuchende perspektivisch auch in fünf weiteren Dörfern untergebracht werden

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25. September 2015, 22:00 Uhr

Einen Überblick über die Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde Groß Pankow gab am Donnerstagabend in der Gemeindevertretersitzung Ordnungsamtsleiter Karsten Lehmann. Als Schwerpunkte kristallisieren sich derzeit Baek und auch Groß Langerwisch heraus. Im Schnitt sind in Baek in den zurückliegenden Wochen und Monaten 32 Personen untergebracht worden. Zu ihnen gehörte unter anderem eine Familie aus Serbien, die bereits auf bestem Wege war, sich zu integrieren – inzwischen aber freiwillig in ihre Heimat zurückkehrte. Sechs Albaner, die ebenfalls in Baek einquartiert worden sind, erhielten auf ihre Asylgesuche hin mittlerweile Ablehnungsbescheide. Unterdessen begann hier in dieser Woche ein Deutschkurs für Asylbewerber – geleitet auf ehrenamtlicher Basis. Auch sonst sei das ehrenamtliche Engagement im Dorf positiv zu bewerten, so Lehmann. Sieben Wohnungen stehen in Baek für den Zuzug von Flüchtlingen zur Verfügung.

In Groß Langerwisch werden aus privater Hand zehn Wohnungen zur Verfügung gestellt. 42 Asylsuchende könnten dort untergebracht werden. Zum 1. Oktober soll die Anmietung durch den Landkreis erfolgen, erläuterte Lehmann. Derweil meldete die Gemeinde dem Landkreis weitere freie Wohnungen: zwei in Lindenberg sowie jeweils drei in Retzin, Wolfshagen und Rohlsdorf. Über das weitere Prozedere bezüglich dieser Unterkünfte entscheidet der Kreis.

Während noch vor einigen Monaten gezielt danach geschaut wurde, ob es im Umfeld der verfügbaren Wohnungen zumindest Schule, Kita und Einkaufsmöglichkeiten gibt, wie es in Baek der Fall ist, sei der Druck inzwischen so groß, dass es nur noch darum gehe, überhaupt Wohnraum auszuweisen, so Lehmann. Was die Unterbringung in der Gemeinde Groß Pankow angehe, achte man natürlich darauf, keine ghetto-ähnlichen Zustände zu schaffen und die Verhältnismäßigkeit zwischen Einwohner- und Flüchtlingszahl zu wahren, unterstrich Bürgermeister Thomas Brandt.

Gleichwohl sei die Vorlaufzeit sehr kurz – ob Familien oder Singles kämen und aus welchem Land sie stammen erfahre man als beherbergende Kommune ebenso erst 24 Stunden vorher wie die Namen der Flüchtlinge, skizzierte Karsten Lehmann die Situation.

Zwischen 800 000 und einer Millionen Flüchtlinge lautet die Prognose für die Bundesrepublik 2015, für Brandenburg sind knapp 25 000 avisiert. Der Landkreis nahm bis 8. September 408 Personen auf – 496 weitere stehen indes für dieses Jahr noch aus, so Lehmann. Der Kreis mietete für die Unterbringung, Stichtag 8. September, 159 Wohnungen an.

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