Unwetter trifft Wittenberge : Wohnungen stehen unter Wasser

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Geplatztes Rohr im Betreuten Wohnen des DRK im Horning 60, mehrere Mieter sind betroffen

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09. Juli 2014, 21:30 Uhr

Hochbetagte Mieter im Horning 60 sind verzweifelt. Ihre Wohnungen stehen unter Wasser, die Einrichtung ist teilweise kaputt. Grund ist ein Rohrbruch nach dem Starkregen am gestrigen Nachmittag. Die Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge als Vermieter ist vor Ort, bietet den Betroffenen Hilfe an.

 

Vier Eimer stehen im Wohnzimmer, von der Decke tropft es auf den Fernseher, der Teppich ist klitschenass. Im Flur der kleinen Wohnung ist die Deckenlampe voll gelaufen. An den Wänden und der Decke verraten die dunklen Stellen, wo das Wasser durchkam.


Zweiter Vorfall in zwei Jahren


Hannelore Teßmer wringt wieder einen voll gesaugten Feudel aus. Sie hat aufgehört zu zählen. Das Wasser plätschert in den Eimer. Ihr Mann Wolfgang schüttet ihn im Klo aus. „Meine Mutter Iris Bartsch ist 90 Jahre alt und rief mich an“, sagt er. Alleine sei sie hilflos. Die Auslegware ist nicht mehr zu retten. Teßmers sind sauer und schimpfen: „Vor eineinhalb Jahren ist das schon einmal passiert. So kann es doch nicht weitergehen.“

Ursache für den Wassereinbruch ist ein geplatztes Rohr, welches vom Dach durch die Wohnungen verläuft. Das Regenwasser wird durch dieses abgeführt. Der Druck muss zu groß gewesen sein. In der Wohnung von Hilde Rogge ist es passiert. In dem Rohr hinter der Wandverkleidung ihrer Wohnung klafft ein großes Loch. Dort schoss das Wasser hinaus, floss in ihre Wohnung, suchte sich seinen Weg durch das Gebäude, in welchem das DRK Betreutes Wohnen anbietet.

Betroffen sind mehrere Wohnungen. Kameraden der Feuerwehr gehen von Tür zu Tür, klingeln, bieten ihre Hilfe an. Vermieter ist die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wittenberge (WGW). Ihr Geschäftsführer Torsten Diehn ist schnell vor Ort, verschafft sich einen ersten Überblick, bietet den Betroffenen Unterstützung an.

„Herr Diehn bot meiner Mutter ein Hotelzimmer an, das fand ich wirklich nett“, sagt Karin Muschke-Koop. Ihre Mutter werde in wenigen Tagen 91 Jahre alt und auch für sie sei es der zweite Wassereinbruch in dieser Wohnung. Diehns Angebot habe sie abgelehnt. Auch zu ihrer Tochter wolle sie nicht. „Ich kann das verstehen“, meint diese und tröstet die alte Frau.

Den nassen, schweren Teppich habe sie gleich aus dem Fenster geworfen. „Zum Glück half mir Sandy Hepach“, sagt Muschke-Koop. Die junge Frau absolviert ein Praktikum beim DRK und sollte eigentlich zu einem anderen Einsatz. „Aber ich habe mich entschieden, hier zu helfen, das fand ich wichtiger“, sagt sie. Erst packt sie mit an, dann spendet auch sie Bewohnern Trost.

Eingetroffen ist die Firma Duwe, Hausmeisterdienst und Wohnungsinstandsetzung. Ihr Chef Wolfgang Duwe fordert weitere Unterstützung an, seine Mitarbeiter suchen nach den Schadstellen des Wasserrohrs.


Straße steht unter Wasser


Die Feuerwehr rückt unterdessen wieder ab. Im Horning müssen sich die Kameraden um die überflutete Straße auf Höhe des Supermarktes kümmern. In der Perleberger Straße wird ein umgestürzter Baum gemeldet und im Rabensteig soll ebenfalls Wasser in ein Haus gelaufen sein.

Auch aus anderen Teilen des Landkreises werden Sturmschäden gemeldet. Binnen weniger Minuten wurden zahlreiche Feuerwehren alarmiert, unter anderem in Kletzke, Glöwen, Bendelin, Perleberg, Lanz und Blüthen. Die Kameraden mussten umgestürzte Bäume von den Straßen holen. Über Verletzte gab es zunächst keine Informationen.

Das Unwetter am Dienstagabend verursachte hingegen kaum Schäden.


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