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Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 13:28 Uhr

Wohnmobil ist zweites Zuhause

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hannelore Werner-Daneker und Wilhelm Daneker verbrachten Heiligabend und Silvester quasi auf Rädern

von
erstellt am 04.Jan.2017 | 11:07 Uhr

Es stürmt, der Regen peitscht, die Temperatur liegt knapp über Null: Doch das alles stört Hannelore Werner-Daneker (71) und ihren Mann Wilhelm Daneker (73) nicht. Sie sitzen in ihrem Wohnmobil am Frühstückstisch, als der „Prignitzer“ zur Stippvisite auf dem Parkplatz am Nedwighafen vorbeikommt.

Ganz allein steht der Mercedes auf dem im Sommer regelmäßig vollen Stellplatz. Jetzt im Winter ist das ein bisschen anders. „In den vergangenen Tagen waren mal einige Wohnmobile hier, aber meist nur für eine Nacht“, berichtet Wilhelm Daneker. Seine Frau und er dagegen machen seit dem 23. Dezember Station in Wittenberge und schauen sich die Gegend an. Dabei kennen die beiden Emdener diese schon sehr gut. „Wir kommen seit mehr als 20 Jahren hierher und haben uns gleich wohl gefühlt. Die Umgebung ist herrlich. Und wir haben erlebt, wie sich die Stadt verändert hat“, erzählt Hannelore Werner-Daneker.

Wenn sie hier sind, gehen sie gerne in die Sauna in der Prignitzer Badewelt. An Heiligabend gab es Fondue, wie auch Silvester, als sie sich das Feuerwerk vom Hafen aus ansahen. Die Verbindung zur Elbestadt wurde im Lauf der Jahre sogar so eng, dass das Paar vor zwölf Jahren im hiesigen Rathaus heiratete. „Unser einziger Trauzeuge war unser Bärchen, das bei der Zeremonie zwischen uns gesessen hat“, erzählt Wilhelm Daneker lachend und deutet auf ein kleines Kuscheltier auf dem Armaturenbrett des Wohnmobils. Gleich daneben prangt ein gelbes Schild mit schwarzen kyrillischen Buchstaben. „Das heißt ,Elf Kinder’ und wir dachten, das passt ganz gut zu uns, weil wir elf Enkel haben“, sagt Hannelore Werner-Daneker, die früher als Disponentin einer großen deutschen Kaffeerösterei in Hamburg arbeitete. Das Schild ist eine von vielen Erinnerungen, die die beiden an ihren „Abenteuerurlaub“ 2013 haben. Damals fuhren sie mit ihrem Wohnmobil 20 000 Kilometer durch Russland und die Mongolei. Währenddessen lernten sie auch den Baikalsee kennen. Wenn die Niedersachsen von dieser Reise erzählen, kommen sie nochmal ins Staunen, sie zeigen Fotos von unbefestigten Schlamm-Straßen und ihrem Wohnmobil, das manchmal nur noch auf drei Rädern fuhr, weil die Steigungen so steil waren. „Wir waren früher schon mal in Moskau und Sankt Petersburg. Aber das richtige Russland fängt erst hinter dem Ural an“, weiß Wilhelm Daneker, der einst Berufssoldat war. Gemeinsam mit Freunden absolvierten sie die dreimonatige Tour, die so manch kuriose Begebenheit brachte. So lernten sie, dass nicht jede Autowerkstatt einen Wagenheber besitzt, oder dass in Lebensmittelläden auf dem Land noch mit den Kugeln des Abakus gerechnet wird. „Allein wären wir verloren gewesen. Zum Glück konnte jemand aus unserer Gruppe Russisch“, erzählt Wilhelm Daneker. Mittlerweile haben sie immer ein Wörterbuch ohne Wörter dabei. Darin sind nur Zeichnungen aus allen Lebensbereichen, auf die man nur zeigen muss, um sich zu verständigen. Besonders beeindruckend war für Wilhelm Daneker die schier unendliche Weite der Mongolei. „Wenn einer Einsamkeit möchte, sollte er dorthin fahren.“ In der Wüste Gobi war dann unfreiwillig die Fahrt beendet. Starkregen machte den Weg unpassierbar, es wurde zu gefährlich, und die Emdener drehten um.

Am Reisen mit dem Wohnmobil – mittlerweile haben sie ihr viertes Modell – schätzen die Urlauber die Unabhängigkeit. Weihnachten und Silvester feiern sie mal mit der Großfamilie, mal allein, wie eben im vergangenen Jahr. Vier bis fünf Monate pro Jahr sind die Eheleute unterwegs. Doch das nicht nur in ihrem Caravan, sondern auch per Flugzeug oder mit ihrem Zweitgefährt, einem Messerschmitt Kabinenroller aus dem Jahr 1957. Damit waren sie schon in Marokko und zogen dort die Blicke der Einheimischen auf sich. Aber auch über Korsika und Sizilien steuerten sie den Oldtimer. Das nächste Reiseziel – allerdings mit Wohnmobil – ist auch schon klar. „Wir wollen die Adriaküste entlang fahren. Das hatten wir schon vergangenes Jahr vor, aber da kam meine Rücken-Operation dazwischen“, so Hannelore Werner-Daneker.

 

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