zur Navigation springen
Der Prignitzer

20. September 2017 | 00:31 Uhr

Richtfest : Wohnen im historischen Ambiente

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Melanie Krüger und Karin Vollert geben drei historischen Fachwerkhäusern in der Mühlenstraße ihren einstigen Charme zurück

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 09:35 Uhr

Richtfest gestern in der Mühlenstraße 17, 18 und 18a. Eigentlich suchten Dietmar Vollert und seine gleichberechtigte Juniorpartnerin Melanie Krüger nur eigene vier Wände für ihre Steuerkanzlei mit ausreichend Parkfläche, „und das möglichst in der Altstadt“, ergänzt Dietmar Vollert. Da kam die Mühlenstraße 17 ins Gespräch – ein altes Fachwerkhaus, das schätzungsweise so an die 300 Jahre schon im Gebälk hat.

Vom Haus Nummer 17 führt der Weg hofwärts genau auf die Nummer 18, die vom Status her gar ein Einzeldenkmal ist. Damit waren es schon zwei. Und während die Schuppen, die einst den großen Hof um etliches kleiner machten, längst abgerissen waren, stand da noch ein Haus. Wie die 18 wurde auch jenes einst wohl als Verwaltungssitz von der Vorgängerin der GWG genutzt. Doch anders als die 18, die noch bis März 2016 bewohnt war, stand dieses Gebäude leer. Der Abriss war genehmigt, der Bagger stand bereits und zwei Stunden später wäre nichts mehr als ein Haufen Bauschutt von dem Haus übrig gewesen.

Ein Baum auf Nachbars Grundstück rettete ihm im wahrsten Sinne des Wortes das Leben. Bevor jener gefällt werden konnte, hatte glücklicherweise, wie Melanie Krüger sagt, der Landkreis noch ein Auge auf ihn geworfen. Letztlich bestimmte die Säge dennoch sein Schicksal, der Abriss aber wurde stehenden Fußes gestoppt.

Damit hatten Melanie Krüger und Karin Vollert, die die Rolle der Bauherrinnen angetreten hatten, auf einen Schlag drei alte Fachwerkhäuser. Vom Charme der historischen Gemäuer begeistert, wurden sogleich die Ärmel hochgekrempelt, zumindest symbolisch. Denn im Bestand zu sanieren ist schon nicht leicht und unter den Gesichtspunkten des Denkmalschutzes noch um vieles schwieriger.

Derweil nimmt die Nummer 17 schon richtig Gestalt an. „Im September wollen wir hier mit unserer Kanzlei einziehen“, so Dietmar Vollert. Denkmalgerecht werde saniert, „darauf legen nicht nur wir großen Wert, da achtet schon der Denkmalschutz drauf“, berichten beide. Bis hin zur Farbgebung soll alles im historischem Flair wieder entstehen. Ob alte Balken, die Lehmdecken – „eine bessere Dämmung gibt es gar nicht“, so Vollert – die Gefache und Steine, kurzum, was zu erhalten ist, wird erhalten. Selbst ein Stück alter Balken wird nicht einfach durch einen neuen ersetzt, sondern maximal ergänzt und so auch im modernen Ambiente noch die nächsten 100 Jahre zu finden sein. „Wo es sich anbietet und machbar ist, da soll auch optisch zu sehen sein, dass die Häuser bereits eine lange Geschichte haben“, ergänzt Melanie Krüger.

Und das trifft auch für die anderen beiden Gebäude zu. Hier werden drei Wohnungen entstehen, 70 bzw. 93 Quadratmeter groß und über zwei Etagen in der 18a dann eine 103 Quadratmeter große. Modernes Wohnen im historischen Ambiente, so könnte man kurz umschreiben, was die neuen Mieter hier erwartet. Vom riesigen Hof, der zugleich Parkplatz ist, blickt man geradewegs auf die Stepenitz und den Hagen. Und als floristisches Sahnehäubchen oben darauf – der kleine Garten, der zu jeder Wohnung gehört.

Ende des Jahres sollen die Wohnungen fertig sein. Gestern wurde Richtfest gefeiert – „Bergfest trifft es wohl eher“, fügt die Juniorpartnerin an. Denn alle drei Häuser gleichzeitig unter ein Dach zu bekommen, das klappt nicht. „Doch wenn wir davon ausgehen, dass Ende des Jahres die neuen Mieter einziehen, dann haben wir heute Halbzeit.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen