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Prignitz : Wölfe dünnen Mufflonbestand aus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jäger spüren erste Folgen der Ansiedlung der geschützten Raubtiere

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Der Wildbestand ist noch dabei, sich an die Wölfe zu gewöhnen, schätzt der Wolfsbeauftragte des Jagdverbandes Perleberg, Uwe Röse, ein. Nach Erfahrungen aus der Lausitz, wo die geschützten Raubtiere erstmals in Brandenburg auftraten, dauert dies etwa zwei Jahre. In der Prignitz sind sie jedoch erst seit einem Jahr dauerhaft heimisch. Erste Veränderungen meinen Jäger jedoch bereits zu bemerken.

Viele Tiere wirken scheuer, die Rudel sind gewachsen. Ob dies mit den Wölfen zusammenhängt, sei noch umstritten. Es könnte aber ein Indiz dafür sein, dass sich Wildtiere in größeren Verbänden sicherer fühlten, so Röse. Ähnliche Erfahrungen haben auch die Lausitzer Jäger gemacht.

Eine Befürchtung der Weidmänner hat sich jedoch bestätigt. Die Mufflonbestände im Raum Ferbitz wurden durch die Wölfe stark dezimiert. „Es sind kaum noch Widder zu sehen. Dafür haben wir eine Reihe von Hornschnecken und Schädeln gefunden, seltener Kadaver, wenn die Raubtiere offensichtlich beim Fressen gestört wurden“, erläutert der Wolfsbeauftragte. Die Jäger hatten diese Entwicklung erwartet, weil die Wildschafe in der Prignitz keine Chance haben, vor Wolfsangriffen zu flüchten. In ihrem angestammten Lebensbereich, den Gebirgslandschaften, helfen dabei klippige Bereiche, Felsen und steile Abhänge, die es aber in unserer Region nicht gibt.

Seit Kurzem herrscht im Bereich des Jagdverbandes relative Wolfsruhe. Vor einigen Tagen gab es bei Ferbitz eine Sichtung. Woran es liegt, dass das Rudel Kaliß derzeit den in der Prignitz liegenden Teil seines Reviers kaum nutzt, ist unklar. Eine Erklärung könnte sein, dass es Welpen gibt, die die Bewegungen des Rudels einschränken. Eine Nachwuchssichtung gebe es aber noch nicht, so Röse. Positive Nachricht: Bauern können ihr Weidevieh nun gegen Wolfsattacken versichern.

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