Autobahn 14 : Wo soll die Elbbrücke enden?

Zwei A 14-Abfahrten kurz nacheinander: Dadurch sollen weiträumig Regionen in Ost und West angeschlossen werden.
Zwei A 14-Abfahrten kurz nacheinander: Dadurch sollen weiträumig Regionen in Ost und West angeschlossen werden.

Auf beiden Seiten des Ufers ist der exakte Trassenverlauf offen, einen möglichen Baubeginn können die Planer nicht benennen

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26. März 2015, 20:00 Uhr

Wittenberge/Seehausen Bis Jahresende erwartet das Potsdamer Verkehrsministerium den Planfeststellungsbeschluss für die Elbbrücke der A 14. Damit bestünde Baurecht, doch momentan wäre es ein Brückenbau ins Ungewisse. Der Grund sind die jeweiligen Anschlüsse an die Trasse auf beiden Uferseiten, die vorerst noch nicht exakt feststehen.

In Wittenberge ist das Problem seit Jahren bekannt: Fieberhaft suchen Experten nach einer möglichen Trassenführung auf Höhe der Ortschaften Bentwisch und Lindenberg. Mitte April soll es einen neuen Stand dazu geben. Letzte Aussagen gehen von einer Trasse oberhalb von Bentwisch aus, die aber im Vergleich zu dem dort ursprünglich geplanten Verlauf dichter ans Dorf heranrücken würde.

Ähnlich kompliziert gestaltet sich der Planungsprozess in Sachsen-Anhalt. Bereits im Januar 2010 begann das Planfeststellungsverfahren Seehausen - Landesgrenze. Es scheiterte im ersten Anlauf, da Ersatzmaßnahmen für den Wachtelkönig nicht berücksichtigt wurden, informiert das Verkehrsministerium Magdeburg.

Die überarbeitete Planung wurde im vergangenen Jahr ausgelegt. Derzeit läuft das Anhörungsverfahren, Stellungnahmen werden geprüft. Wenn das Ergebnis vorliegt, will die Planungsbehörde einen Erörterungstermin festlegen. Erst dann trifft sie ihre abschließende Entscheidung für den Planfeststellungsbeschluss. Genau wie bei der Elbbrücke heißt das Ziel Jahresende 2015. „Vor weiteren bauvorbereitenden Aktivitäten ist dann zunächst die Bestandskraft des Beschlusses abzuwarten“, teilt das Ministerium mit.

Mit anderen Worten: Man will abwarten, ob der BUND vor Gericht zieht oder es andere Kläger gibt und wie das Gericht entscheiden würde. Das lässt aus heutiger Sicht den Schluss zu, dass es kurzfristig keine Rechtssicherheit über den Trassenverlauf bis an die A 14-Elbbrücke heran geben wird.

Offen bleibt auch, ob bei den überarbeiteten Planungen für diesen Abschnitt der Hochwasserschutz ausreichend berücksichtigt wurde. Laut Magdeburger Ministerium habe es eine Abstimmung zwischen den Behörden der Straßenplanung und des Landesbetriebes für den Hochwasserschutz gegeben.

Unsere konkrete Anfrage, ob dabei das Elbhochwasser 2013 mit seinem historischen Rekordpegel von 7,85 Meter in Wittenberge berücksichtigt wurde, lässt das Ministerium in Sachsen-Anhalt unbeantwortet. Der Redaktion liegen Informationen vor, dass dies nicht geschehen sei.

Eher ungewöhnlich für den dünn besiedelten Raum sind die zwei kurz aufeinander folgenden geplanten Abfahrten Seehausen und Vielbaum. Die Lage der Anschlussstelle Seehausen sei für die Verknüpfung mit der B 190 notwendig. Diese gewährleiste die Anbindung der Region Salzwedel an die A 14 und künftig die der B 190n, „die als Bestandteil der Netzkonzeption des Hosenträgers die Anbindung an die A 39 in Niedersachsen gewährleistet“, erklärt der Ministeriumssprecher.

Nur knapp drei Kilometer weiter nördlich auf der B 189 soll die Anschlussstelle Vielbaum die Verbindung zur L 2 schaffen. Sie stellt von der Landesgrenze am östlichsten Teil von Niedersachsen in südöstlicher Verlängerung der bis Schnackenburg verlaufenden B 493 die einzige zügige und kürzeste in West-Ost-Richtung verlaufende Straßenverbindung mit der B 189 und somit deren Elbequerung bei Wittenberge dar, lautet die Begründung.

Über die L 2 werden in westlicher Richtung auch die östlichen Teile Niedersachsens (Schnakenburg, Gartow) und in östlicher Richtung Seehausen sowie Werben an die A 14 angeschlossen.

So die offizielle Begründung. Offen bleibt dennoch die zwingende Notwendigkeit dieses Anschlusses, denn Seehausen ist bereits mit der ersten Abfahrt an die A 14 direkt angebunden. Und was spricht dagegen, den Verkehr bis zur L 2 über das kurze Stück B 189 zu führen? Weder in Richtung Schnackenburg noch in Richtung Werben werden Hunderte Autofahrer täglich fahren wollen.

Erst der Planfeststellungsbeschluss soll die Frage nach dem künftigen Verlauf der B 189 beantworten. Die A 14 würde die B 189 zwischen dem erwähnten Anschluss L 2 und dem der Kreisstraße 1020 nach Beuster/Seehausen teilweise überbauen. Über eine neue Verbindung, die künftige L 38, sollen beide Streckenabschnitte wieder mit der B 189 in Richtung Wittenberge verbunden werden. 

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