SagenHaftes Theaterspiel in Kletzke : Wo sind Kissen, Katze und Kinder?

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Beim SagenHaften „Chaos im Zauberwald“ lösen die Kletzker Theaterleute im turbulenten Spiel dieses Problem.

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02. Januar 2018, 04:00 Uhr

Nichts zu machen: Es passt wirklich niemand mehr rein. In der alten Kletzker Turnhalle ist nicht nur jeder Flecken auf den schmalen Bänken besetzt. Es gibt auch keinen Stehplatz mehr. Alle wollen an diesem Abend das „Chaos im Zauberwald“ erleben, als Märchen erdacht und aufgeschrieben von Sophie Förster und Caprice Gemeinhardt. Die beiden gehören zum Theater SagenHaft, jener Truppe von spielbegeisterten Leuten aus Kletzke, Wittenberge und Breddin, die einmal im Jahr ein Stück auf die Bühne – die sie übrigens auch selbst aufbauen – bringen. Seit dem Jahr 2000, als Kletzke seinen 725. Geburtstag feierte, ist das so. Damals wurde noch im Sommer gespielt. Seit etlichen Jahren gehört das Märchenspiel in die Zeit zwischen den Jahren. Es gibt immer nur eine Aufführung.

Und wie viele Stunden brauchen die Theaterleute, bis ihr gut einstündiges Stück bühnenreif ist? „Fragen Sie nicht. Auf jeden Fall sehr viele“, sagt lachend Susan Eppenstein-Kiack. Sie ist die Neue an der Spitze des Vereins. Ihre Vorgängerin hatte schon lange einen Nachfolger gesucht. „Einer muss es machen. Es soll schließlich weitergehen, also habe ich Ja gesagt“, meint Eppenstein-Kiack. Sie trägt schon ihr Kostüm, mit dem sie in wenigen Minuten auf der Bühne stehen wird. Apropos Kostüme. „Ein Teil wurde uns vom Förderverein Kirche Kehrberg e.V. kostenlos zur Verfügung gestellt“, freut sich Christine Streese, im Stück die Mutter von Pechmarie, im Vereinsleben für die Finanzen zuständig und dankbar für die Unterstützung, „die wir als Verein von vielen Seiten bekommen“.

Die Kostüme sind Hingucker. Die Darsteller sprühen vor Spielfreude. Sophie Förster und Caprice Gemeinhardt haben für das „Chaos im Zauberwald“ alle Märchenregister gezogen. Eine böse Fee (Florentine Künstler) stiehlt das Kissen von Frau Holle (Susan Eppenstein-Kiack), was Schnee in Australien zur Folge hat. Friseurmeister Schnipp (Steffen Brandt) hat Rapunzel (Charlotte Künstler) den Zopf abgeschnitten. Weil er sich vor deren Mutter (Marion Brütt) fürchtet, Rapunzel noch entführt. Auch Pechmarie (Caprice Gemeinhardt) wird von ihm entführt, denn er weiß nicht, was er mit ihrem verdorbenen Haar anfangen soll und hat Angst vor deren Mutter (Christine Streese). Dann verschlägt es den Hutmacher (Sophie Förster) in den Zauberwald, der dort seine verschwundene Grinsekatze (Sarita Helbig) sucht. Während die Mütter nach Rapunzel und Pechmarie forschen, gibt der Froschkönig (Charlotte Zabel) gute Ratschläge, tauchen Rotkäppchen (Alina Sophie Döring) und Wolfswelpe (Mia Hardt, vier Jahre) auf, treiben Hexe (Marion Honzik) und Zwerg (Nicole Fedrau) ihr Unwesen. Und überall taucht der sprechende Spiegel (Nadine Hardt) mit seinen Nachrichten und Botschaften auf. In der Rolle des Erzählers ist Günter Szudsziara zu erleben. Mit seinen 71 Jahren der älteste Akteur.

Das Publikum freut sich köstlich über das turbulente Spiel, die witzigen Dialoge und überraschende Wendungen. „Wir haben genau überlegt, was machbar ist. Jeder konnte sich wünschen, welche Rolle er gern in dem Märchen spielen möchte“, sagt Sophie Förster. Und so haben sie und Caprice Gemeinhardt den Spielern die Rollen quasi auf den Leib geschrieben. „Das funktioniert wunderbar, wie man sieht“, so die Vereinsvorsitzende.

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