Grüne Woche : Wo sind die Landwirte?

Jeannine Groth und Stefan Friedrich sind in der Region die Knieper-Produzenten.
Jeannine Groth und Stefan Friedrich sind in der Region die Knieper-Produzenten.

Prignitzer Branche auf der Grünen Woche fast nicht vertreten / Regionale Produkte sollen künftig stärker präsentiert werden

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20. Januar 2016, 22:00 Uhr

Wären nicht die Köche und der Tourismusverband, wäre die Prignitz auf der Grünen Woche nahezu nicht wahrnehmbar. Die weltweit größte Messe für Landwirtschaft und Ernährung findet fast ausschließlich ohne regionale Landwirte statt. Ausnahmen sind Manfred und Marco Glaser aus Perleberg. Sie züchten Simmentaler-Fleckvieh. Auch der Rassekaninchenzuchtvereins D 273 aus Wittenberge ist dabei.

„Das sind viel zu wenig“, sagt Bettina Hagemann. Sie betreibt den Bahnhof in Bad Wilsnack mit touristischen Angeboten, darunter ein Hofladen, und wünscht sich, dass viel mehr regionale Produkte und Produzenten auf der Messe Flagge zeigen. Öl und Kartoffeln aus Quitzow seien nur eine Möglichkeit. Regionale Fleischproduzenten oder die zwei großen Heidelbeerplantagen weitere. „Können wir uns nicht präsentieren? Sind wir wirklich nur ein verträumter Landkreis?“, fragt sie.

Ihr sei bewusst, dass wir derzeit kein Produkt haben, dass es beispielsweise mit dem UckerKaas-Käse aufnehmen kann. „Aber im Verbund, im Netzwerk wären wir doch stark“, meint Hagemann. Sie könne sich vorstellen, dass sich die kleinen Produzenten unter einer Dachmarke vereinen. So ein gemeinsamer Auftritt wäre eine starke Präsenz und leichter zu finanzieren.

Bettina Hagemann ist Mitglied der „Länderinnen“ – ein Prignitzer Verband der sich dem Landfrauenverband Brandenburg angeschlossen hat, selbst auf der Messe auftrat. „Wir möchten uns gern mit einbringen, an diesem Ziel mitarbeiten“, sagt sie. Gespräche mit dem Regionalen Wachstumskern Prignitz hätten sie ermutigt. Er sei dabei, zusammen mit dem Tourismusverband Wege zu suchen, wie regionale Produkte vermarktet werden könnten.

Der Kreis will reagieren. Heidrun Seyer, Sachbereichsleiterin Landwirtschaft, spricht von „bescheidenen Anfängen“. Mehr Regionalität muss auf die Messe, stimmt sie zu. Der Kreis wolle gern kooperierend begleiten.

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