Wo ist die Phänomenta geblieben?

svz.de von
12. März 2013, 09:27 Uhr

Wittenberge | Wo hat man schon mal Gelegenheit, eine Kerze aus drei Metern Entfernung auszutrommeln, über ein Brückchen, das nur aus Bauklötzen besteht, zu gehen, mit einem Finger schwere Steine ganz einfach zu heben oder bei einem Blick in einen Spiegel mühelos zehn und mehr Kilos los zu werden? Die Phänomenta macht es möglich.

Seit 2007 gibt es diese Schau, die nicht einfach eine Ausstellung zum Schauen ist, sondern Physik mit Spaß und zum Ausprobieren vermittelt, in der Stadt. Bis zum Saisonstart 2012 war die Mitmach-Schau in der alten Warmbadeanstalt in der Steinstraße zu finden. Es gab ausgewiesene Öffnungszeiten, Mitglieder der Freiwilligen-Agentur kümmerten sich um die Besucher. Für Schulklassen, Ferienkinder und auch für Fremde in der Stadt war die Physikschau ein Besuchsziel. Jetzt steht die Warmbadeanstalt leer. Wo ist die Phänomenta geblieben?

Sie hat einen neuen Eigentümer und damit auch ein neues Domizil. Wie der "Prignitzer" bereits im vergangenen Jahr berichtete, hat die Stadt die Physikschau verkauft. Die Genesis GmbH ist der neue Eigentümer. Der Förderverein für die Ölmühle werde sich um die Ausstellung kümmern, sagt Genesis-Mitgesellschafter Lutz Lange. Wenn die Räumlichkeiten im Ölmühlspeicher für die Exposition hergerichtet sind, wird die Saison eröffnet, versichert Lange. Und das solle zeitnah passieren, versprach Lange auf Redaktionsanfrage vor einem Jahr. Und genau so sei es geschehen, sagte Lange gestern, als der "Prignitzer" nachfragte:

Wo können Interessierte die Phänomenta in Aktion erleben? Lutz Lange erklärt: Die Physikschau zum Mitmachen ist im Speicher untergebracht, in jenem Raum, in dem auch die Johannes-Heesters-Ausstellung zu sehen war. "Wer die Phänomenta jetzt sehen möchte, kann sich im Brauhaus melden", so Lange und verweist darauf, dass "wir die Ausstellung das gesamte Jahr über in Kombination mit dem Kletterturm für Gruppen - beispielsweise auch Schulklassen - anbieten". In der Saison, wenn die Nachfrage und der Zuspruch größer sind, "wird es feste Öffnungszeiten geben", so die Genesis. Denn bei der Phänomenta handele es sich ohne Zweifel um einen Saisonbetrieb. Voraussichtlich werden die Öffnungszeiten denen des Kletterturms angepasst und zwar mittwochs bis sonntags von 11 bis 19 Uhr.

Nach Absprache können Gruppen aber auch zu anderen Zeiten die Experimente der Phänomenta ausprobieren. Diese Absprachen sind unter der Telefonnummer 0 38 77/567 994 600 möglich.

Zurück zur Warmbadeanstalt. Die Kommune hat das 1902 errichtet Gebäude leergezogen, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Neumann. In dieser Woche wird das imposante Haus der Kämmerei zur weiteren Verwertung übergeben. Mit anderen Worten, die Kommune hat keine Verwendung mehr für das Gebäude, in dem die Bewohner der Altstadt und des Packhofviertels einst Wannen- oder Brausebäder nahmen, weil ihre Wohnungen in der Regel keine Badezimmer hatten. Ein Jahr nach der Fertigstellung schenkte sein Erbauer, Kommerzienrat Johannes Runge, der Stadt das Gebäude.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen