Wittenberge : Wo geht es lang?

Von Andreas Ruthard, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Wittenberge

svz.de von
11. Februar 2019, 10:05 Uhr

Ein Blinder sitzt am Wegesrand. Arbeiten kann er nicht, und es gab auch keine Hilfe oder Einrichtung, die ihm geholfen hätte zu der Zeit, in der er lebte. Er musste betteln, um überleben zu können. Kein schönes Leben – angewiesen auf die Gaben anderer Menschen – immer mit der Frage: „Wird’s mir zum Leben reichen?“ Gemeint ist damit das allernotwendigste zum Überleben. Und es reichte – es war zwar nicht genug zum Leben, wie wir uns das heute vorstellen, aber doch genug, um nicht zu sterben. Da saß er nun – Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. So war es – so blieb es. Abgehängt, ausgegrenzt, abhängig. Keine Chance auf Veränderung. Bis man irgendwann starb. Geht es manch einem heutzutage nicht ähnlich? Zwar nicht so arm, wie dieser Blinde, aber doch eingeengt und eingezwängt in Umstände und Verpflichtungen, dass man das nicht unbedingt Leben nennen kann, ohne scheinbare Aussicht auf Veränderung.

Nun: Die obige Geschichte wäre schon zu Ende, wenn nicht doch noch etwas geschehen wäre. Wenn nicht ein Mensch gekommen wäre, der tatsächlich in der Lage war, diesem Blinden zu helfen! Und dieser Mensch war kein anderer, als der Sohn Gottes in Person – Jesus Christus. Den Bericht findet man im Neuen Testament, im Markus-Evangelium.
Jesus geht mit seinen Jüngern von Jericho nach Jerusalem. Dazu eine große Menschenmenge. Gleich hinter Jericho saß dieser Blinde – er hieß Bartimäus. Sobald er mitbekam, dass da Jesus langgeht, fängt er aus Leibeskräften an zu schreien und sagte: „Jesus, Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ Mit anderen Worten „Jesus, bitte hilf mir!“ Der war wirklich in Not! Und das unfassbare: Die Menschen, die um Jesus waren, hindern ihn, so nach dem Motto: „Halt die Klappe – schrei hier nicht so rum!“ - Ja, Christen können enttäuschen. Und nicht nur andere tun das – sondern auch man selbst enttäuscht Menschen. „Christen können enttäuschen – Jesus Christus nie!“, sagt man. Ja, das ist wahr. Doch leider lassen sich viele dann von Jesus selbst abhalten.

Dieser Mann nicht. Im Gegenteil. Er rief noch lauter zu Jesus. Und Jesus hört das, lässt ihn rufen und fragt den Blinden: „Was willst Du, was ich für Dich tun soll?“ Bartimäus sofort „Herr, dass ich sehen kann!“ Und Jesus heilte ihn. Was für eine Veränderung – das Unmögliche war geschehen! Er konnte sehen und folgte Jesus nach. Er sah wieder „wo es lang ging“ und war in der Lage, sein Leben in die Hand zu nehmen. Auch wir fragen uns so manches mal: „Wo geht’s lang?“ Auf der Arbeit, in der Ehe, Familie, den Beziehungen, im persönlichen Leben. In unser Nachbarschaft, in unser Gesellschaft. Sehen den Weg nicht, die Lösung, wo es weitergeht. Sind blind und denken, wenn ich doch sehen könnte, wüsste, wie es weitergeht. Wir schauen unsere eigenen Möglichkeiten an und erkennen, das reicht nicht.

Der Text macht Mut, auf Jesus zuzugehen. Sich nicht abhalten zu lassen, selbst, wenn Christen einen enttäuscht haben. Jesus Christus um Hilfe zu bitten. Ihm zu sagen, was die Not ist. Die Bibel ist voll von Berichten, wie Menschen Hilfe und Antworten bei Jesus fanden. Ihr Leben sich veränderte, sinnvoll wurde. Das geschieht heute noch. Da, wo Menschen bereit sind, auf ihn zuzugehen und ihm zu vertrauen.

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