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Der Prignitzer

19. November 2017 | 10:00 Uhr

Witwenküsse und Schradsuppe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Es weihnachtet in der Prignitz, zahlreiche Adventsmärkte luden ein /Besucherrekord auf der Plattenburg

von
erstellt am 13.Dez.2014 | 08:51 Uhr

Adventszeit in der Prignitz: Das ist auch die Zeit der Märkte und Feiern mit Glühwein oder Punsch, Bratwurst vom Grill, mit viel Kerzenschein und Lichterglanz umrahmt von weihnachtlichen Klängen. So stand auch an diesem Wochenende wieder ein volles Programm an.


Dallmin


Der Versammlungsraum in der Awo in Dallmin war liebevoll weihnachtlich geschmückt. Es stand die Ortsweihnachtsfeier – und wie immer gut besucht – auf dem Plan. Die Ortsgruppe der Awo um Antje Bosse hatte Kuchen gebacken, der Heimatverein mit seiner Vorsitzenden Anke Ehmke und der Ortsbeirat zum weiteren Gelingen beigetragen. 31 Hort-Kinder der Kita Kinderland aus Karstädt führten ihr Programm auf. Der Applaus war ihnen sicher. Natürlich kam auch der Weihnachtsmann vorbei, Nicole Ullmann las eine Weihnachtsgeschichte vor. „Die Eltern aus der Kita haben sonst ein Märchen aufgeführt. Diesmal gab es eine Weihnachtsgeschichte“, so Anke Ehmke.


Laaslich


Gab es in Laaslich zu DDR-Zeiten die Weihnachtsfeiern des Demokratischen Frauenbundes, so legt sich seit der Wende der Kulturverein des Dorfes dafür ins Zeug. Am Freitagabend war es wieder soweit, Evelyn Busse hatte alles toll organisiert. In der Gaststätte saßen die Frauen gemütlich zusammen, sangen Weihnachtslieder und lasen Geschichten vor. Und natürlich kam auch der Rauschebart vorbei. Tradition ist das Päckchenpacken, und jede, die eins packte, darf sich eins dann aus dem großen Sack herausnehmen. Aber erst, wenn ein Gedicht aufgesagt oder ein Liedchen gesungen wurde. Spaß war garantiert.


Plattenburg


In den Kaminen auf der Plattenburg knisterten die Holzscheite im Feuer, überall dufte es nach Kerzenwachs, süßen Plätzchen. 32 Händler hatte der Verein Prignitzer Wasserburg e. V. zur Premiere ins Ambiente des alten Gemäuers geholt. „Erstmalig organisieren wir in Eigenregie den historischen Weihnachtsmarkt“, berichtet René Günther, in persona Burgpächter, Präsident des Vereins und an diesem Wochenende auch der Burgvogt. Bereits in den Jahren zuvor habe man eng mit der Gemeinde zusammengewirkt, die bis dato für den historischen Markt im Advent den Hut auf hatte. „Insofern sind wir keine Neulinger“, fügt der Burgvogt lächelnd an. Das spürte man. Es weihnachtete wahrlich auf der alten Wasserburg und die bauliche Kulisse wurde durch das historische Outfit vieler Akteure einmal mehr in Szene gesetzt. Dazu die zum Teil mittelalterlich anmutenden Offerten an Speis und Trank. Neben Witwenküssen, Makronen, Vanillekipferl und noch etlichen anderen leckeren Plätzchen – allesamt nach zum Teil überlieferten Hausrezepten gebacken – hatte Susann Schultz von der gleichnamigen Landbäckerei aus Krampfer, auch Nussbatzchen und extra Rosenbrote gebacken – ein Mischbrot, besonders verziert. „Früher, als das Brot noch einen hohen Stellenwert hatte, da erhielten die Brote zu besonderen Anlässen eben auch ein besonderes Aussehen“, erzählt die junge Bäckerin. Die Vorbereitungen machen schon Stress, alles muss zusätzlich zum laufenden Geschäft gebacken und gekocht werden. Denn auch die Schradsuppe, serviert im Brotlaib, wie der Pfefferbraten kommen aus ihrem Haus. „Wenn es den Leuten schmeckt, ist der Stress vergessen, freut man sich nur noch.“

Interessante Deko aus Beton – natürlich einem speziellen, besonders feinen – bieten Hanka Neumann und ihr Mann Jens aus Breese an. Weihnachtsbräu kommt aus der hauseigenen Plattenburgbrauerei und Angelika Seecker aus Havelberg lädt zum Kerzenziehen ein. Schmuck, Gestricktes, Gesottenes, Gebacktes, Getöpfertes, Warmes aus der Wolle der Alpakas, zwei waren gar in voller Schönheit zu bewundern, dazu Programm im Rittersaal, das der Prignitz-Sommer unterstützt, und … für jeden der rund 2000 Besucher (Rekord!) an beiden Tagen war bestimmt was dabei. Auch für Alex und Leo (beide 7). Sie zog es zu Bogenschütze Thomas Kleis. Unter seiner Anleitung traf Alex auf Anhieb ins Schwarze.


Weisen


„An die 20 Händler haben ihre Stände auf unserem Weihnachtsmarkt, er dieses Mal erst um 14 Uhr öffnet. Wir wollten es etwas anheimelnd. Dazu muss es zumindest schon leicht schummrig sein“, so Weisens Bürgermeister David Leu. Die Gemeinde hat den Hut auf, die organisatorischen Fäden laufen bei Eyleen Gird zusammen und Unterstützung gibt es von ganz vielen Ehrenamtlern. Die Jungs von Jugendklub boten sich an, die Einweisung auf dem Parkplatz zu übernehmen, was auch super klappt.Marina Blüthmann und Margit Schubert, beides Tanten des Bürgermeisters, reisen extra aus Berlin an, um am Schmiedefeuer aus Märchenbüchern vor zulesen. Obwohl der Bläserchor Groß Breese beim Chortreffen in Neustadt seinen Auftritt hat, sorgt er dennoch mit einer kleinen Abordnung für weihnachtliche Klänge. Ein ganz großes Dankeschön aber sagt der Bürgermeister Achim, wie er in Weisen genannt wird. Joachim Bösch, so der gutbürgerliche Name, sorgte mit für die vielen kleinen Dinge – für die Heizung in der Schmiede, für das Holz, für die Lichterkette um nur einiges zu nennen. „Es ist einfach toll, dass man so engagierte Bürger im Dorf hat“, freut sich der junge Bürgermeister und verbindet damit auch an Dank an die Sponsoren für die Glücksradpreise. Der Erlös kommt übrigens der Jugendwehr zugute.


Wittenberge


Vor der historischen Kulisse des Kultur- und Festspielhauses drängelten sich die Wittenberger am Wochenende besonders ab den frühen Abendstunden. Auch das schlechte Wetter am Freitag hielt die Besucher nicht ab, einfach mal über den Weihnachtsmarkt mit seinen 20 Händlern zu schlendern. Am Sonnabend füllte sich mit zunehmender Dunkelheit der Platz immer mehr. Geselliges Beisammensein bei einem umfangreichen Rahmenprogramm war angesagt. Die Schülerfabrik des Marie-Curie-Gymnasiums und die Prignitzer Kunstmacher sorgten für das kunsthandwerkliche Flair. „Die Erfahrung zeigt, dass mehr Kunstgewerbe hier in Wittenberge nicht angenommen wird. Wenn keiner kauft, kommen die Händler nicht wieder“, so WIR-Mitarbeiterin Sybille Jürgens.

 
 

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