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Wirtschaft : Wittenberges neues Glück ist rosa

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

International agierender Konzern Austrotherm eröffnet sein erstes deutsches Werk / Dämmstoffe für Skandinavien, Polen und Beneluxstaaten

Ein Ministerpräsident, der sich von Herzen über die millionenschwere Ansiedlung der Austrotherm in Wittenberge freut und gleich mehrfach verspricht, Brandenburg werde das damit verbundene Vertrauen rechtfertigen; ein österreichischer Botschafter, der die Investition als ein weiteres Zeichen für das starke Engagement seines Landes vor allem im Ostdeutschlands sieht; jede Menge gut gelaunte Geschäftspartner, die von weither gekommen sind, um gemeinsam mit der Austrotherm-Geschäftsführung zu feiern: Das alles ist gleichermaßen markant und bedeutsam für einen wichtigen Tag im Wittenberger Gewerbegebiet an der B 189. Am Donnerstag eröffnete der österreichische Dämmstoffspezialist Austrotherm offiziell sein neues Werk in der Elbestadt. Peter Schmid als Geschäftsführender Gesellschafter der Austrotherm GmbH spricht von einer unglaublichen Geschwindigkeit. Nur zehn Monaten vergingen vom ersten Spatenstich im Dezember 2012, bis die ersten XPS-Dämmstoffplatten Wittenberge verließen.

Dieser Erfolg hat viele Väter. Da ist beispielsweise Gerald Prinzhorn. Der Geschäftsführer der Austrotherm Dämmstoffe GmbH war zuvor mit einem anderen Investitionsprojekt in Brandenburg befasst. „Ich hatte die richtigen Telefonnummern noch gespeichert“, sagt er bei der Eröffnung lachend mit einem Blick auf Gudrun Fahrland. Mit der Teamleiterin der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) verbindet ihn nicht allein eine zum Erfolg führende Zusammenarbeit, sondern auch ein besonderes Erlebnis. Prinzhorn erzählt: „Wir haben uns als junges Glück ausgegeben, das Bauen will, haben im Fachhandel nach Dämmstoffen gefragt. Als die Händler sagten, XPS sei eine gute Qualität, das kann man empfehlen, war die Sache klar: Hier geht es nicht um eine Luftnummer.“

Das Land hat die Ansiedlung der Österreicher gefördert. Summen werden nicht genannt. Die Austrotherm will nach eigenen Worten in Wittenberge bis zu 40 Millionen Euro investieren und bis zu 70 Arbeitskräfte beschäftigen.

Die österreichischen Investoren waren entscheidungsfreudig, sagt Fahrland. Es gab kein langes Zögern. Die Stadt hatte langfristig vorgesorgt, die Infrastruktur war vorhanden. Landkreis und Stadt haben sehr schnell gearbeitet. Statt Probleme in den Vordergrund zu stellen, „gab es immer auch gleich Lösungsvorschläge“, charakterisiert Geschäftsführer Prinzhorn die Zusammenarbeit. Er versichert: „Wir sind nicht darauf aus, in fünf Jahren weiter zu ziehen. Wir wollen uns langfristig ein festes Standbein im Norden Deutschlands schaffen.“ Aus der Prignitz gehen die rosafarbenen XPS-Dämmstoffplatten zu den Kunden in Deutschland, Polen, Skandinavien und den Beneluxstaaten.

Die für besondere Druck- und Feuchtebeanspruchungen ausgelegt Dämmstoffplatten laufen im Wittenberger Betrieb im Vier-Schicht-System, also an sieben Tagen in der Woche, ununterbrochen von einem Band, das so lang wie die Produktionshalle ist. Unscheinbar der Ausgangsstoff. Erst wenn das Polystyrol erwärmt und das Treibmittel Kohlendioxid plus anderer Zusätze ihr Werk getan haben, wird daraus ein endlos scheinendes Dämmstoffband. Schneiden, auskühlen, fräsen, prägen schließen sich an, bis die Platten versandfertig sind.

Dass sich vor dem Betrieb Produkte stapeln, ist technologisch bedingt, hat nichts mit Absatzschwierigkeiten zu tun. Dämmstoff müsse eine Weile ablagern, erklärt Prinzhorn.

Keine offizielle Inbetriebnahme ohne symbolischen Akt. Und so wird am Donnerstag in einer zum Festort hergerichteten Werkshalle auch ein Band, ein rosafarbenes selbstverständlich, durchtrennt. Der Geschäftsführende Gesellschafter Peter Schmidt und Geschäftsführer Gerald Prinzhorn haben mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) Landesprominenz an ihrer Seite. Woidke spricht von einem mehrfach schönen Tag für Brandenburg. Schließlich eröffne man hier eines der modernsten Dämmstoffwerke Europas und zweitens „ist mit der Investition an einem traditionellen Standort der Industrie ein neuer Industriebetrieb entstanden“. Den österreichischen Investoren versicherte Woidke: „Wir sind froh, dass die Ansiedlung in Deutschland stattgefunden hat, dass sie nach Brandenburg kam, dafür sind wir besonders dankbar.“

Neben dem Ministerpräsidenten hält Wittenberger Bürgermeister Dr. Oliver Hermann ein Stück von dem rosafarbenen Band in der Hand. Auch für ihn ist es ein Glückstag, „der Signalwirkung hat“. Prominenter Zuschauer und sehr herzlich begrüßter Gast ist an diesem Abend ist Dr. Ralph Scheide, der Botschafter der Republik Österreich in Deutschland. Er freue sich, so der Botschafter gegenüber dem „Prignitzer“, über die Investition von Austrotherm. Sei sie doch ein Zeichen für die enge wirtschaftliche Zusammenarbeit seines Landes mit Brandenburg und den anderen ostdeutschen Ländern.

 

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erstellt am 06.Jun.2014 | 10:24 Uhr

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