Urteil gefällt : Wittenbergerin für Brandserie verurteilt

Nach dem Brand vom 26. Mai untersuchte die Kriminalpolizei den Tatort. In der Nacht zum 15. Juni versuchte der Brandstifter erneut, das Haus anzuzünden. An diesem Haus wurde die Tatverdächtige dann auch geschnappt.
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Nach dem Brand vom 26. Mai untersuchte die Kriminalpolizei den Tatort. In der Nacht zum 15. Juni versuchte der Brandstifter erneut, das Haus anzuzünden. An diesem Haus wurde die Tatverdächtige dann auch geschnappt.

40-Jährige muss sechseinhalb Jahre ins Gefängnis

svz.de von
12. Januar 2018, 21:00 Uhr

Was Sylvia S. dazu trieb, vom Mai 2017 bis zur Festnahme am 14. Juni in Wittenberge Brände zu legen, konnte das Gericht nicht klären. Dass sie die Brandstifterin war, davon war die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Neuruppin überzeugt. Sie verurteilte die 40-Jährige gestern zu sechseinhalb Jahren Haft. „Sie war mit ihrer Lebenssituation unzufrieden. Deshalb begann sie die Brandserie, die Wittenberge in Angst und Schrecken versetzte“, sagte Richterin Grit Burzer. Die Angeklagte hatte die Taten bestritten.

Sylvia S. wurde am 14. Juni auf frischer Tat ertappt. Ihre Sicht auf die Brände überzeugte das Gericht nicht. „Das stimmt vorne und hinten nicht“, so Burzer. Demnach wollte die zweifache Mutter mitten in der Nacht Altpapier und Altkleider entsorgen. Hatte plötzlich keine Lust mehr, stellte die Tasche in einem Keller ab und schnipste versehentlich die brennende Zigarettenkippe darauf, so stellte Sylvia S. es dar.

Die Überzeugung des Gerichts beruhte auf der Gesamtschau aller Umstände, so Burzer. Die sprach auch für Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer dafür, dass nur Sylvia S. als Täterin in Frage kam. „Setzt man alle Mosaiksteinchen zusammen, ergibt sich ein rundes Bild.“ So wurden an einem Brandort Textilreste aus dem Haushalt der Frau gefunden. Das sei Kleidung ihrer Töchter gewesen, die sie aussortiert und im Keller abgestellt habe und die dann weg gewesen sei, gab die Angeklagte an. „Völlig lebensfremd“, fand Pelzer die Bekundung, dass sich ein anderer an ihren Sachen bedient habe. Er forderte eine Gesamtstrafe von acht Jahren. Die Verteidigerin sah nur die letzte Tat als erwiesen an und beantragte eine Bewährungsstrafe.

Dem folgten die Richter nicht. Aus ihrer Sicht war es ein weiteres Indiz für die Täterschaft, dass es nach der Festnahme noch in Wittenberge brannte, nicht aber in der immer „gleichen Begehungsweise“. Die Feuer wurden mit Papierresten, Stofffetzen und Spraydosen in Wohnortnähe der Angeklagten gelegt. Das Gericht sprach Sylvia S. nur für die erste Tat frei, die die Richter nicht als zweifelsfrei erwiesen ansahen. Da brannte es am 10. April in der Bäckerstraße 26, wo die Frau S. mal gewohnt hatte. „Eine zu milde Bestrafung kam nicht in Betracht“, sagte Richterin Burzer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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