Sammelleidenschaft : Wittenberger Tulpe macht Freude

Siegfried Pump bedankt sich bei Bärbel Kolbow für die Schenkung.
Siegfried Pump bedankt sich bei Bärbel Kolbow für die Schenkung.

Siegfried Pump ist Herr über mehr als 2500 verschiedene Biergläser / Bärbel Kolbow erweitert die Sammlung

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03. November 2017, 12:00 Uhr

Seit über 30 Jahren sammelt Siegfried Pump leidenschaftlich Biergläser. Der „Prignitzer“ stellte ihn vor einiger Zeit vor, da besaß er rund 2500 Gläser. Der Artikel wurde gut gelesen. Im vergangenen halben Jahr meldeten sich verschiedene Bewohner aus dem Kreis, die Gläser zu verschenken hatten, so der Nebeliner. Unter ihnen auch Bärbel Kolbow. Die Perlebergerin schenkte dem Sammler rund 100 Gläser.

„Ich renoviere derzeit und benötige nun den Platz“, so Kolbow. Ihr verstorbener Mann begann zu DDR-Zeiten mit dem Sammeln. Sie könne mit den Gläsern nicht viel anfangen und zum Wegwerfen seien sie zu schade, erklärt sie die Idee der Schenkung. Der Experte begutachtet die Gläser und urteilt: „Top Zustand – kaum Spülmaschinenrückstände sind zu erkennen.“ Bei so einer großen Sammlung ist es nicht verwunderlich, dass manche von Bärbel Kolbows Gläsern bereits im Bestand sind. Aber es sind auch einige Neue dabei. Wie zum Beispiel ein Tulpenglas der ehemaligen Brauerei Wittenberge. „Diese Ausgabe habe ich noch nirgendwo gesehen“, erzählt Siegfried Pump freudig, als er das Glas sieht.

Mit sechs Gläsern des Vaters hatte alles begonnen. „1972 bekamen meine Eltern einen neuen Wohnzimmerschrank und da passten die Gläser meines Vaters nicht mehr rein. Er wollte sie wegwerfen, doch ich habe gesagt, dass ich sie mit auf mein Zimmer nehme“, erzählte Pump beim letzten Besuch und ergänzt, „damit war der Anfang gemacht“. Daraus sind jetzt etwas mehr als 2650 Gläser geworden, verteilt auf vier Räume. „Ich habe viel Geld investiert, um die Räume alle schön herzurichten“, berichtet er und fügt noch lachend hinzu, „vermutlich sind die ganzen Regale und Investitionen drum herum teurer, als die Gläser, die drauf stehen“.

In Zukunft wird so schnell kein weiterer Raum für die Gläser hinzukommen. Grund ist der Bau der A 14. 80 Prozent des Grundstücks von Siegfried Pump sind überplant und er muss irgendwann umsiedeln. Wohin genau, weiß er noch nicht, und ob er dann Platz für so viele Gläser hat, ist auch noch unklar, aber eins weiß der 66-Jährige sicher: „Um die Gläser in Kartons zu lagern, dazu habe ich sie nicht gesammelt und gepflegt, dann verkaufe oder verschenke ich sie lieber.“

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