Wittenberger holen Singer nach Hause

Grund zum Strahlen haben Schauspieler Udo Schenk, Museumschefin Birka Stövesandt und Bürgermeister Dr. Oliver Hermann (vorn v. l.). Als Anerkennung für sein sehr großes Spendenengagement erhält der Schauspieler eine Miniatur-Nähmaschine.  Barbara Haak
Grund zum Strahlen haben Schauspieler Udo Schenk, Museumschefin Birka Stövesandt und Bürgermeister Dr. Oliver Hermann (vorn v. l.). Als Anerkennung für sein sehr großes Spendenengagement erhält der Schauspieler eine Miniatur-Nähmaschine. Barbara Haak

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09. September 2012, 06:49 Uhr

Wittenberge | Morgen beginnt das Wittenberger Stadtmuseum mit der Erfassung und Dokumentation der vor wenigen Wochen aus Privathand erworbenen Singer-Nähmaschinensammlung. Das geschieht öffentlich. "Unsere Besucher können uns dabei im wahrsten Sinne des Wortes über die Schulter schauen, jeden Arbeitsschritt sehr direkt mit erleben und sich so auch ein Bild von den zum Teil sehr beeindruckenden Stücken der Sammlung machen", sagt Museumschefin Birka Stövesandt.

Die Ehre des Besichtigens noch vor der Eröffnung der Arbeitssonderschau wurde am Sonnabend aber jenen zuteil, die das Geld gegeben haben, damit die Sammlung überhaupt nach Wittenberge geholt werden konnte. Denn die Stadtkassen sind so leer, dass die Kommune sich die Ausgabe nicht hätte leisten können. Das sagte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann Samstag auch ganz unumwunden. Sehr herzlich dankte er deshalb allen, die mit ihren Gaben dafür sorgten, dass die dringend benötigten 10 000 Euro und sogar noch etwas mehr zusammen kamen. Sie haben sich für das mit der Wende geschlossene Nähmaschinenwerk, für Wittenberge, das Museum und ihre Geschichte engagiert, indem sie den Weg frei machten für den Kauf.

Das Museum konnte in Süddeutschland von Sammlerfamilie Niggemann die in vielen Jahrzehnten zusammengetragenen Nähmaschinen plus Zubehör erwerben. Die Exponate befinden sich in einem hervorragenden Zustand, sind restauriert, die Maschinen eingenäht, so Birka Stövesandt.

65 Spendernamen stehen auf einer Liste, die sie für die Sonderschau zusammenstellte. Dort findet sich auch der Name Udo Schenk. Der gebürtige Wittenberger ist ein sehr bekannter Schauspieler und, bezogen auf die Singer-Nähmaschinensammlung, auch noch der Star unter den Spendern. 5000 Euro überwies er für den Erwerb der wertvollen Geschichtszeugnisse. Bürgermeister Dr. Hermann spricht von einer Initialzündung, die Schenk damit auslöste. Wittenberg habe manche Berühmtheit hervorgebracht. "Aber es gibt wenige, die sich wie Udo Schenk immer wieder für die Stadt engagieren", verhehlte der Bürgermeister seine Dankbarkeit nicht. Udo Schenk hat sich in den letzten Jahren beispielsweise auch mit dafür eingesetzt, dass der Turm der katholischen Kirche wieder in voller Höhe komplettiert werden konnte.

Vom "Prignitzer" nach den Gründen für dieses Engagement befragt, verweist der Schauspieler natürlich darauf, dass er in Wittenberge geboren ist, sich mit seiner Geburtsstadt verbunden fühle. Das ist es aber nicht allein, was Schenk als Spender bewegt und was er auch an anderen Gebern schätzt. Voll Hochachtung spricht er vom bürgerschaftlichen Engagement, davon, dass sich Menschen ohne staatliche Verordnung dafür entscheiden, Entwicklungen zu unterstützen, sich finanziell engagieren. Das sei eine sehr positive Erfahrung.

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