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Demo : Wittenberge zwingt Neonazis zum Rückzug

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Eine von den Rechten geforderte Räumung der Straße lehnte die Einsatzleitung ab.

Keine drei Stunden dauert es, bis die Neonazis gegen 15 Uhr aufgeben und offiziell der Polizei mitteilen, dass  ihre Versammlung in Wittenberge beendet ist. Weder konnten sie ihre geplante Strecke gehen, noch das angemeldete Zeitfenster ausschöpfen. Zu groß war die Gegenwehr ihrer Gegner. Erst zwangen mehrere spontane Sitzblockaden die rund 100 Rechten im Horning zur Umkehr. Zwar hatten sie hier Gelegenheit, ihre Reden und Parolen zu verkünden, aber kaum jemand schaute aus dem Fenster oder hörte ihnen zu. Die schrillen Töne der Trillerpfeifen und Sprechchöre linker Gegendemonstranten übertönten die rechten Parolen.

Zurück auf der Perleberger Straße ging es auch hier nicht weiter. Auf Höhe Krausestraße blockierte eine Menschenmenge die Straße. In der ersten Reihe standen lokale Politiker mehrerer Parteien und machten gemeinsam Front gegen die Rechten. Die wollten ursprünglich bis zum Stern weiter marschieren, doch die Polizei sah dafür keine reelle Chance. Eine von den Rechten geforderte Räumung der Straße lehnte die Einsatzleitung ab. In Richtung Stern hatten sich weitere Menschenblockaden formiert, auch die Nebenstraßen boten aus Sicht der Polizei keine Alternative. Die Einsatzleitung legte den Rechten nahe, zum Bahnhof zurückzukehren. Sichtlich zerknirscht und unzufrieden folgten sie schließlich diesem Vorschlag. Kaum waren sie an ihrem Ausgangspunkt am Bahnhof angekommen, tönten von der anderen Seite schon wieder Sprechhöre zu ihnen herüber: „Nazis raus!“

 

Die Polizei spricht von einem nahezu reibungslosen Ablauf der verschiedenen Versammlungen. Zu ernsthaften Auseinandersetzungen sei es nicht gekommen, so Pressesprecher Toralf Reinhardt. Mindestens eine Person wurde festgenommen. Der Mann soll mit einer Fahnenstange Polizisten bedroht haben. Ein weiterer Mann hatte Böller auf die Rechten geworfen. Er wurde ebenfalls kurzzeitig durch die Beamten festgehalten, seine Personalien aufgenommen. Zu einem Zwischenfall war es entlang eines friedlichen Protestzuges Wittenberger Bürger gekommen. Dabei ging die Polizei gegen offenbar Linksautonome vor. Nähere Details dazu können erst später mitgeteilt werden, hieß es aus Polizeikreisen. Die Sitzblockaden wurden von den Einsatzkräften geduldet und vor den vorbeilaufenden Rechten abgeschirmt. Insgesamt waren mehr als 700 Beamte im Einsatz, darunter mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei, so Pressesprecher Reinhardt.

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erstellt am 05.Apr.2014 | 17:39 Uhr

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