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Der Prignitzer

17. Dezember 2017 | 09:18 Uhr

Wittenberge singt "Du bist ein Wunder"

vom

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2013 | 06:14 Uhr

Witteenberge | Das lassen sich Iris und Frank Fellerhoff mit ihrem Enkel Robin nicht entgehen: Aus 40 Metern Höhe auf Wittenberge und den Trubel des Stadt- und Hafenfestes zu blicken. Die Fahrt in dieser echten Berggondel gehört am Sonnabend zweifellos zu den Hauptattraktionen des Stadt- und Hafenfestes. "Noch im vergangenen Winter verkehrte die Gondel in den Schweizer Alpen auf 2300 Metern Höhe", sagt Klaus Jüchert, der sie im Frühjahr erwarb und heute mit seinem Kran in die Höhe zieht.

Aus luftiger Höhe kann man sich sein nächstes Ziel aussuchen, denn Langeweile gibt es nicht. Das Bungeetrampolin hinterm Kulturhaus lockt vor allem Kinder an. Wer sich zwischen all den Imbissbuden durch die Besucherströme zwängt, trifft häufiger auf schicke Uniformen, wie auf die des Paten U-Bootes U 31.

In kleiner Mannschaft ist Korvettenkapitän Stephan Pfeiffer angereist. Vor dem Kulturhaus erzählen sie vom Leben auf See und das klingt spannend. "Man kann als junger Mensch die Welt sehen", sagt Sonarbootsmann Erik Falk. Den gesamten Mittelmeerraum und die skandinavischen Gewässer hat er in seinen sechs Dienstjahren angesteuert. Ein U-Boot ihres Verbandes hat gerade an sechs Monate an einem Manöver vor der US-Küste teilgenommen und wer sich für den Dienst auf einer Fregatte entscheidet, kommt bis zum Kap von Afrika.

"Zwischendurch werden Häfen angefahren, werden Lebensmittel und Treibstoff geladen. Dann gibt’s meistens auch einen freien Tag für die Besatzungen", erzählt Stephan Pfeiffer. Er wird mit U 31 erst im nächsten Jahr wieder auslaufen. Frisch aus der Werft gekommen, werde die Besatzung in den nächsten Monaten auf dem Boot trainieren.

Stephan Pfeiffer gehörte auch zu jenen U-Boot Männern, die im Juni während des Hochwasser gegen die Flut kämpften. Jetzt haben sie sich wieder den Rehwischdeich angeschaut. "Statt eines Sees ist dort Wiese und nur ein kleines Flüsslein", sagt er. Als Außensteh ende konnten sie die Lage im Juni gar nicht beurteilen: "Wir sahen nur die Wassermassen, kannten aber nicht den ursprünglichen Zustand."

Ebenfalls in weißer Uniform spazieren Mitglieder einer polnischen Berufsfeuerwehr durch die Bahnstraße. Wittenberges Wehrführer Chris Brandt begleitet sie und klärt auf: "Seit einem halben Jahr haben wir Kontakt miteinander. Entstanden ist der über die Wohnungsgenossenschaft Elbstrom, die Verbindungen nach Starachowice hat."

Seit Donnerstag sind die Gäste hier, haben sich die Rettungs- und Feuerwache angeschaut, die Technik begutachtet und sich die Organisation der freiwilligen Wehren erklären lassen.

Was Kommandant Marek Koczmarazyk dabei erfahren hat, nötigt ihm jede Menge Respekt ab: "Die Ausrüstung entspricht teilweise dem, was unsere Berufsfeuerwehren auf Landesebene haben." Es sei bewundernswert, wie die Stadt ihre Wehr finanziell unterstütze.

Am meisten jedoch erstaunt die polnischen Kameraden, wie gut das Feuerwehrsystem auf freiwilliger Basis funktioniert. In Polen sei das unvorstellbar. "Es gibt dort weder diese Begeisterung, noch diese Professionalisierung, wie wir sie hier erleben", sagt Marek Koczmarazyk.

Wittenberger Kameraden planen für das nächste Jahr einen Gegenbesuch in der 60 000 Einwohner zählenden Stadt, die auf halber Strecke zwischen Warschau und Krakow liegt. "Wir werden mal schauen, ob aus dem Kennen lernen eine echte Partnerschaft werden kann", so Chris Brandt.

Bei ihrem Bummel durch die Innenstadt können die Besucher auch Anregungen für die nächste Shoppingtour mitnehmen. Städtische Mode- und Schuhhäuser zeigen eine Modenschau mit den Herbst- und Wintertrends. Grün, blau schwarz sind dominierende Farben. Die Kleidung darf lässig sei und auch bei den Damen sind schwere Mäntel out, werden die leichten bevorzugt. Wem’s gefällt, der kann gleich zur Anprobe in eines der teilnehmenden Geschäfte spazieren, trifft dort auf fachkundige Berater.

Verhandlungsgeschick ist auf dem kleinen Flohmarkt in der Rathausstraße gefragt. Vor allem Kinderhaben hier ihre Stände aufgebaut. Aussortiertes Spielzeug, ausgelesene Bücher und manch anderen Krimskrams bieten sie an. Das schafft Platz im Kinderzimmer und füllt die Sparbüchse wieder auf.

An Musik mangelt es in der gesamten Innenstadt dank der vielen Bühnen nicht. Auf dem Bismarckplatz präsentieren sich Prignitzer Nachwuchsbands, können Kinder im Aquafitball über eine Wasserfläche rollen und wer ein Erinnerungsfoto wünscht, ist am Stand unserer Zeitung richtig.

"Bitte Lächeln" heißt es an der Fotowand mit unserem Titelkopf und der Schlagzeile zum 23. Hafenfest. Diese Gelegenheit lässt Familie Rückert nicht aus. Frauenpower auf einem Foto mit Janine und Tochter Leonie sowie Madlen und Barbara. "Ich habe gerade ein neues Probeabo abgeschlossen", sagt Barbara Rückert. Immer wieder lese sie die Zeitung, kauft sie auch oft am Kiosk. "Sie gefällt mir, ist informativ und aktuell. So wie eine Lokalzeitung sein soll", lautet ihr Urteil.

Erst gegen 16 Uhr leert sich die Innenstadt. Die Arbeitsgruppe Stadt- und Hafenfest ist ganz zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Nur eines ärgert sie mächtig: "Das Kaufhaus Henwi hat sich mit keiner einzigen Aktion beteiligt", sagt Karl-Heinz Straßburg. "Das enttäuscht uns sehr", fügt er an und betont selbst, dass dies noch diplomatisch formuliert sei.

Das Fest ist längst nicht vorbei, findet abends seine Fortsetzung im Nedwighafen mit Musik und Höhenfeuerwerk. Gegen 22 Uhr ist der Platz rappelvoll, singen die Massen gemeinsam mit Stargast Achim Petry "Du bist ein Wunder" und erweisen sich bei all seinen Hits als sehr textsicher. Da wundert es nicht, dass der Wittenberger Chor auch "Sieben Tage, sieben Nächte" schmettert.

Am gestrigen Tag sind zum Hafenfest zwar weniger Besucher unterwegs, aber das mindert nicht die Stimmung. Schon gar nicht bei Lokalmatador Peer Reppert und dem Kyritzer Shantychor "Stella Maris".

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