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Der Prignitzer

18. Oktober 2017 | 09:41 Uhr

Wirtschaft : Wittenberge bekommt Mosterei

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Junger Systemelektroniker und Designer schafft sich ein weiteres Standbein

von
erstellt am 10.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Was bewegt einen Systemelektroniker mit Ausbildung bei IBM und jetzigen Designer, der im Internet beispielsweise mit selbst kreierten Tapeten handelt, eine Mosterei zu eröffnen? Dafür gebe es sogar einige Gründe, sagt Tobias Spill auf diese Frage. Ein zweites Standbein beispielsweise könne nicht schaden. Auch über ausreichend Platz verfüge er mit der Immobilie Perleberger Straße/Ecke Krausestraße – bekannt als der Sitz der Herosan GmbH. „Wir haben Zugang zu Streuobstwiesen“, zählt Spill weiter auf, und ein ganz wichtiges Argument: „Wir trinken selbst gern viel guten Saft.“ Guter Saft, das bedeute für ihn, so Spill, man müsse wissen, wo er herkommt. Und wenn der Kleingärtner auf Wunsch den Most von seinen eigenen Äpfeln mit nach Hause nehmen kann, dann sei das doch wirklich Regionalität im besten Sinne. Den wirtschaftlichen Ausschlag dürfte bei seiner Entscheidung das Argument geliefert haben, dass es in Wittenberge zwar zahlreiche Kleingärtner, aber keine stationäre Mosterei gibt. Dass der Bedarf da ist, zeigt sich beim jährlichen Apfelmarkt, wenn ein mobiler Moster seine Dienste anbietet und Leute Schlange stehen.

Uwe Falk als Geschäftsführer des Kreisverbandes der Gartenfreunde hier in der Prignitz sagt: „Es ist eine gute Sache, wenn sich in Wittenberge mit den 27 Kleingartenanlage eine Mostpresse ansiedelt.“ So lobenswert auch das Angebot zum Apfelmarkt sei, „es reicht doch nicht aus“. Sicher, man könne zur Annahmestelle nach Perleberg fahren, aber das sei auch keine gute Lösung für die größte Stadt in der Prignitz mit ihren zahlreichen Hobbygärtnern.

Dass Tobias Spill für seine Mostereigründung auf Unterstützung durch eine EFRE-Förderung bauen kann, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sein Projekt Hand und Fuß hat.

Am 1. September will er loslegen. Die Räumlichkeiten für die Mostpresse sind gefliest. „In den nächsten Tagen kommen auch die Maschinen“, sagt der junge Mann. Die ersten Flyer, mit denen er seine Mosterei und seine Angebot bis hin zur Online-Bestellung und der Lieferung nach Hause, in der Stadt bekannt machen will, habe er bereits in Briefkästen gesteckt, sagt Spill. Als Mann vom Fach hat er das Infoblatt selbst entworfen. Ja, sagt Spill, es mache ihm Freude, dass der Flyer so gut gelungen ist. Sein Wissen und seine Erfahrungen, die er als Designer und beim Vertrieb gesammelt hat, kommen ihn nun zugute beim Entwickeln seiner Vermarktungsstrategie.  

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