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Der Prignitzer

19. November 2017 | 00:38 Uhr

Wissenswertes über Prominente

vom

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2012 | 05:27 Uhr

Bad Wilsnack | Wer meint, Promiklatsch- und -tratsch sei eine Erfindung der Neuzeit, der findet spätestens beim Besuch der Bad Wilsnacker Schlossplatte - hinter der Wunderblutkirche - heraus, dass dem nicht so ist. Prominente Vertreter ihrer Zeit gaben sich nämlich einst in Bad Wilsnack die sprichwörtliche Klinke in die Hand. Mit diesem historischen Pfund will man künftig stärker wuchern. Neun ausgewählte historische Persönlichkeiten finden sich daher seit Sonnabend auf Informationstafeln hinter der Kirche - auf der so genannten Schlossplatte - wieder. Die zehnte Tafel widmet sich dem Schloss, das einst auf diesem Platz stand. Eingeweiht wurden die Tafeln vorgestern im Rahmen des Pilgerfestes, teilweise von den jeweiligen Persönlichkeiten höchstselbst. Denn einige spielten zuvor im Bühnenstück "Wahres und Wunderbares aus Wilsnacks Vergangenheit" von Bärbel Mann im Goethepark mit. Und sie schauspielerten dann an den Tafeln gekonnt weiter.

Die Tafeln standen hier schon länger, waren aber nie mit Inhalt gefüllt. "Eine längst überfällige Sache", befand nicht nur der Förderverein der Wunderblutkirche mit Jochen Purps an der Spitze, sondern auch Kirchenhistoriker Dr. Hartmut Kühne. Er steuerte den textlichen Inhalt die Tafeln bei - kurz, knapp, aber sehr unterhaltsam und lehrreich. Kühne moniert, dass Bad Wilsnack sehr viel mehr Kapital aus seiner Vergangenheit schlagen könnte und auch müsste. Wittenberg mache es vor. Es gebe viele Parallelen zwischen den beiden Orten. Wittenberg zehre jedoch stärker aus seiner Geschichte, vermarkte sie besser. "Wilsnack war im 15. Jahrhundert in Europa ein außerordentlich bekannter Ort, war auf den Landkarten beispielsweise lange vor Städten wie Berlin verzeichnet", stellte der Experte am Sonnabend im Rahmen der feierlichen Tafelenthüllung klar.

Die Tafeln zu Personen, wie Kaiserin Elisabeth von Pommern, der man außergewöhnliche Kräfte nachsagt, zur exaltierten Heiligen Margery Kempe, zum "beleidigten" Herzog Heinrich XVI. der Reiche von Bayern, der von einem Fürstengericht in Nürnberg 1431 zu fünf Wallfahrten "verdonnert" wurde, oder zu Ladislaus Postumus, dem unglücklichen Wunschkind, gleichen einer unterhaltsamen Geschichtsstunde - sind eben Promiklatsch und -tratsch aus dem Mittelalter, wenngleich weit über dem Niveau der heutigen Illustrierten.

Bürgermeister Dietrich Gappa brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass man dieses Areal im Schatten der Kirche nun endlich wieder einer Nutzung zugeführt habe. Für Elfi Gabriel vom Vorstand der Sparkasse Prignitz wurde am Sonnabend greifbar, wofür der Verein die Fördermittel der Kultur- und Jugendstiftung der Sparkasse letztendlich eingesetzt hat und welche Wirkung dieses Engagement entfaltet. "Insgesamt unterstützen wir dieses Jahr 21 Projekte mit einer Summe von 86 600 Euro", fügte sie an. Bei der Bezahlung der Tafeln übernahm die Sparkassenstiftung zwei Drittel der Kosten, ein Drittel steuert der Verein bei.

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