Wirtschaft schwingt im 3/4-Takt

<strong>Stellvertretend für den Notärzteverein Prignitz</strong> nehmen Vorsitzender Dr. Henning Meinhold (l.) und der Leitende Notarzt Lutz Dieckmann die Auszeichnung entgegen.
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Stellvertretend für den Notärzteverein Prignitz nehmen Vorsitzender Dr. Henning Meinhold (l.) und der Leitende Notarzt Lutz Dieckmann die Auszeichnung entgegen.

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15. März 2013, 09:23 Uhr

Wittenberge | In acht Jahren die Mitarbeiterzahl auf 42 verdoppelt und den Jahresumsatz mit rund 11,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr fast verdreifacht: keine Frage - die Schacht GmbH Wittenberge zählt mit zu den erfolgreichsten Unternehmen im Landkreis. Auf dem gestrigen 9. Unternehmerball wurde im Beisein von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ihr Geschäftsführer Christian Winkelmann als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Notärzteverein Prignitz, vertreten durch Lutz Dieckmann und Dr. Henning Meinhold.

Erstmals feierte die Prignitzer Wirtschaft mit über 200 Gästen in der Alten Ölmühle in Wittenberge. Das Kulturhaus als bisheriger Standort war für diesen Termin bereits langfristig belegt, begründeten die Veranstalter Wirtschaftsinitiative Westprignitz (WIW), Landkreis und die Volks- und Raiffeisenbank in Zusammenarbeit mit der IHK Potsdam den diesjährigen Umzug. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch.

Schon gar nicht bei den Ausgezeichneten. Erst im Juni 2011 hatte die Schacht GmbH ihren Firmensitz im Wittenberger Gewerbegebiet Nord eröffnet, war von Motrich hierher gezogen. Christian Winkelmann sprach damals von "einem Baustein für die Zukunftssicherheit". Das seit mehr als 20 Jahren bestehende mittelständische Unternehmen hatte sich mit dem Umzug vergrößert, technologische Abläufe optimieren können.

Die Schacht GmbH fertigt Transformatorenstationen, Niederspannungsschaltanlagen, errichtet elektrische Anlagen bis 30 000 Volt. Das Unternehmen ist Dienstleister für Energieversorger, für Erzeuger regenerativer Energien und für gewerbliche Kunden. Sollte sich das erfreuliche Wachstum fortsetzen, könnte die Produktionshalle in Wittenberge erweitert werden. Pers pektivisch schließt Christian Winkelmann dies nicht aus und hatte eine entsprechende Grundstücksgröße erworben. Mit der erfolgten Gründung einer neuen zusätzlich produzierenden Firma: "Transformare GmbH - Elektrische Anlagen im Netz" ist das Unternehmen dabei, sich ein weiteres Standbein aufzubauen.

Rekordumsätze oder Arbeitsplätze spielten bei der Auszeichnung des Notärztevereins keine Rolle. Hier geht es vielmehr um die Würdigung, dass es mit dem Verein gelungen sei, die medizinische Versorgung in einem dünn besiedelten Landkreis in vollem Umfange zu gewährleisten. Auch seitens der Krankenkasse werde dieses Modell als Vorbild bezeichnet, heißt es in der Laudatio. Das Musterbeispiel des Vereins - damals als erstes bundesweit - habe sich herumgesprochen. Das zeigen Informationsbesuche aus anderen Rettungsdienstbereichen wie Münster oder Stendal.

Sechs leitende Notärzte an den zwei Standorten Wittenberge und Perleberg sowie rund 40 Mitglieder im Verein bilden eine zuverlässige Einsatzgrundlage, sagte Lutz Dieckmann im vergangenen November anlässlich seines 20. Dienstjubiläums als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst und Leitender Notarzt des Kreises. Der Erfolg des Konzeptes basiere auf Freiwilligkeit und dass die Notärzte ihren Dienstplan selbst gestalten. Dies sei eine Besonderheit, die zu einer höheren Bereitschaft für zusätzliche Dienste bei gleichzeitiger Familienfreundlichkeit stehe, würdigen die Veranstalter als Herausgeber des Preises. Zugleich bestehe die Möglichkeit, dass nahe an der Rettungswache wohnende Ärzte ihren Dienst von zu Hause ausüben dürfen. Die Flexibilität wird dadurch erhöht, dass die Ärzte nicht an einen Standort gebunden sind und sich gegenseitig aushelfen.

Pro Jahr leistet der Verein an allen drei Standorten 3500 Einsätze, davon zirka 2600 Einsätze außerhalb der Kernarbeitszeit, und trage somit einen erheblichen Beitrag für die notärztliche Versorgung im Landkreis bei. Bis auf kleinere Engpässe konnte eine größere Personalnot bisher vermieden werden.

Mit der Preisverleihung war auch schon der offizielle Teil des Abends beendet. Dessen Motto lautet: "Wer viel arbeitet, soll auch mal feiern." Die Gäste ließen sich nicht lange bitten. Dank der NDR-Showband "Papermoon" und eines zusätzlichen DJ war die Tanzfläche schnell gefüllt. Kurzweilige Gespräche an den Tischen wurden allenfalls von Finn Kolwes Close-up-Zaubereien unterbrochen, der mit seinen Tricks für reichlich Verwunderung und manche herzhafte Lachattacke sorgte. Einen ganz besonderen musikalischen Akzent setzte Angelo Raciti mit "Grüß mir mein Perleberg". Kurzerhand hatte er Passagen aus der Operette "Gräfin Mariza" von Emmerich Kálmán umgetextet. Und so sang er nicht die bekannte Weise "Grüß mir die süßen, die reizenden Frauen im schönen Wien", sondern grüßte sie ganz einfach in Perleberg und Wittenberge.

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