Zukunftswerkstatt evangelischer Kirchenkreis : „Wir wollen groß denken“

Wofür steht eine evangelische Grundschule? Teilnehmer der Zukunftswerkstatt sammelten Assoziationen.
Wofür steht eine evangelische Grundschule? Teilnehmer der Zukunftswerkstatt sammelten Assoziationen.

In welche Richtung Kirchenarbeit gehen kann, zeigen zwei Ideen aus der Zukunftswerkstatt für Bad Wilsnack und Pritzwalk

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21. Januar 2018, 21:00 Uhr

Wie sieht die Kirchenarbeit von morgen aus? Was können kirchliche Projekte für die Gesellschaft leisten und wie werden auch künftig Menschen für die Kirche begeistert? Diese und andere große Fragen wurden am Sonnabend von den 40 Gästen bei der Zukunftswerkstatt des evangelischen Kirchenkreises im Wittenberger Gemeindehaus erörtert.

Träumen und Wünschen war bei den insgesamt acht vorgestellten Ideen ausdrücklich erlaubt. So wie im Fall der Idee aus Bad Wilsnack. „Wir stellen uns ein offenes Tagungszentrum in unserer Stadt vor. Aber nicht irgendwo außerhalb, sondern auf der Schlossplatte“, umriss Pfarrerin Anna Trapp die Vision. Das Haus solle die äußeren Abmessungen der Platte haben. Dort, wo einst das Herrenhaus der Familie von Saldern stand, könnte demnach bald Platz sein für verschiedene Rüsten, aber auch für Tagungen, zum Beispiel der KMG, Veranstaltungen des Landkreises oder der Stadt Bad Wilsnack. „Wir haben dort ungenutztes Potential, die Schlossplatte kann zu einem Ort der Begegnung und des aktiven Miteinanders werden. Dabei wollen wir groß denken“, so Anna Trapp. Das neue Gemeindezentrum könne eine Strahlkraft über die Region hinaus entfalten, ähnlich wie das Begegnungsstätte Hirschluch bei Storkow für den südlichen Teil Brandenburgs oder der Campus Daniel in Charlottenburg-Wilmersdorf. Unter den Gästen der Zukunftswerkstatt sei die Idee auf offene Ohren gestoßen. „Doch nun wollen wir unsere Idee der Synode auf ihrer Sitzung am 10. März vorstellen. Und wir werden mit der Stadt Bad Wilsnack sprechen, denn ihr gehört die Schlossplatte an der Wunderblutkirche“, so Annette Schulze, die auch Mitglied im Bauausschuss der Kreissynode ist. Falls es Grünes Licht gebe, müsse eine Stelle für die Projektplanung eingerichtet werden, wo alle Fäden zusammenlaufen. „Das kann ein Planungsbüro sein“, so Schulze, die wie Anna Trapp großes Potenzial für ein offenes Tagungszentrum inmitten der Kurstadt sieht.

Ähnlich geht es Jörn Walther vom Eltern-Kind-Zentrum (Ekiz) des Pfarrsprengels Pritzwalk und der Pfarrerin Susanne Michels mit ihrer Idee. „Der Kirchenkreis Prignitz und der von Wittstock-Ruppin wünschen sich eine evangelische Grundschule in Pritzwalk, weil es in unserer Region noch keine gibt“, so Walther. Durch seine Arbeit im Ekiz kenne er viele Eltern, die ein solches Vorhaben begrüßen, „weil sie in dieser Hinsicht heute einfach keine Alternative haben. Es gibt keine Wahlmöglichkeit“. Wie ein Schulkonzept aussehen kann, hänge vom jeweiligen freien Träger ab. Mit dreien würden derzeit Gespräche geführt, Namen wolle Jörn Walther noch nicht nennen. Nur soviel: „Zwei sind in Brandenburg bereits als Träger aktiv, ein weiterer deutschlandweit“. Von den Erfahrungen der möglichen Schulbetreiber hängt letztlich auch ab, wie viele Plätze eine evangelische Schule bereithalten kann. Von Seiten der Stadt Pritzwalk habe Bürgermeister Ronald Thiel schon Hilfe bei der Suche nach einem Gebäude angeboten. „Aber vielleicht ist auch ein Neubau möglich“, sagte Jörn Walther. Die Einrichtung würde sich in ihrem Menschenbild und der Haltung der Lehrer von den staatlichen Schulen unterscheiden.

Der Antrag auf Schulbetrieb soll bis September beim Land gestellt werden. „Läuft alles optimal, planen wir im September 2019 die Schule zu eröffnen“, blickte Walther voraus.

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