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Dringendes Sanierungsprojekt in Weisen : „Wir wollen den Kirchturm retten“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In Weisen besteht Handlungsbedarf am Gotteshaus: Die Glocken dürfen nicht läuten, damit der Bau nicht noch mehr Schaden nimmt

von
erstellt am 11.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Auf den ersten Blick sieht die Dorfkirche nahe der Kindertagesstätte nicht ungewöhnlich aus. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt am Turm des Gotteshauses mehrere Spanplatten. Diese deuten auf das Problem, das nun schnellstmöglich behoben werden soll.

„Die ausgemauerten Gefache haben sich an einigen Stellen gelockert, so dass die Steine drohten herabzustürzen“, erklärt Karl Zeranski von der Kirchengemeinde die Sicherungsmaßnahme bei einem Vor-Ort-Gespräch, an dem auch Kirchengemeindemitglied Jens Becker teilnimmt. Die Südseite des Turms drehe sich ab einer Höhe von fünf, sechs Metern weg. Der Kirchturm wurde im Jahr 1746 errichtet, ist teilsaniert, wie auch einige Fachwerke. Vorerst das letzte Mal wurde 1963 Hand an das Gotteshaus angelegt. Im Inneren ist viel passiert, die Deckengestaltung ist erneuert, die Orgel wurde 1995 für 90  000 D-Mark voll saniert.

Doch der Zahn der Zeit nagt unaufhörlich weiter. „Die Anschlusspunkte der innenliegenden Holzstreben des Turms sind defekt. Das führt zu dieser Verformung. So etwas passiert, muss aber natürlich behoben werden“, fügt Heiko Jaap, Baubeauftragter des Evangelischen Kirchenkreises Prignitz, an. Karl Zeranski ergänzt, dass insbesondere Feuchtigkeit dem Bauwerk zusetze. „Es fehlen Regenrinnen, die das Wasser ableiten.“ Um den Schaden nicht größer werden zu lassen, bleiben die beiden Glocken der Kirche bis auf Weiteres stumm. „Sie würden den Turm in eine Schwingung versetzen, was im Moment nicht gut wäre. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme“, so Heiko Jaap. Einsturzgefährdet sei das Gebäude nicht, betonen Zeranski und er. Gottesdienste könnten weiterhin stattfinden.

Wann genau die Sanierung beginnen kann, ist noch unklar. Auf alle Fälle schnellstmöglich, also im nächsten Jahr – falls alles nach Plan läuft. Der Turm wurde kürzlich von Mitarbeitern des Perleberger Architekturbüros Wieck & Partner vermessen, um aktuelle Daten zu haben. Der Fördermittelantrag mit allen Dokumentationen, zum Beispiel zur Statik, muss in den nächsten zwei Monaten bei der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin eingereicht werden. Denn klar ist, ohne finanzielle Hilfe von außen wird der Turm nicht zu erneuern sein – auch wenn die genauen Kosten noch nicht berechnet sind. „Wir geben zwar aus der Kasse der Kirchengemeinde einen großen Teil und wollen die Bürger mit einer Broschüre auch zum Spenden animieren. Aber das wird nicht reichen“, sagt Karl Zeranski. Das neue Eichenholz für das Fachwerk solle aus der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden. „Und auch der Bürgermeister, David Leu, hat angekündigt, die Einnahmen der kirchlichen Veranstaltungen am 10. September und am 16. Dezember dem Bauprojekt zugute kommen zu lassen. Er hat dafür weitere Sponsoren gewonnen.“ Nur gemeinsam könne diese Herausforderung gestemmt werden. „Wir machen das in erster Linie nicht für uns, sondern für unsere Kinder und die kommenden Generationen – damit sie auch noch etwas von dieser schönen Kirche haben“, betont Karl Zeranski. Sein Wunsch und sein Ziel: „Weihnachten 2018 wollen wir in der Kirche mit einem sanierten Turm feiern.“ Das sei ambitioniert, aber durchaus möglich, wenn die Finanzierung klar ist und dann in der Bauphase alles nach Plan läuft.  

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