Räuber : „Wir sind richtig sauer“

Peter Kirmes ist empört: Diebe hinterließen eine Spur der Verwüstung bei den Schwertlilienstauden.
Foto:
Peter Kirmes ist empört: Diebe hinterließen eine Spur der Verwüstung bei den Schwertlilienstauden.

Pflanzendiebe plündern fast täglich Blumenbeete im Schaugarten „Alte Kläranlage“

svz.de von
10. Mai 2017, 17:53 Uhr

Der Unmut im Klärenweg ist groß. Seit einigen Tagen wird der Schaugarten hinterm Deich Opfer von Pflanzendieben. Tagsüber in mühevoller Arbeit eingesetzt finden sich am nächsten Morgen statt Sträuchern, Stauden und Blumenzwiebeln nur noch Löcher im Sand. „Das Problem hatten wir früher nicht. Im vergangenen Jahr fing es an, aber so extrem wie jetzt war es noch nie“, sagt Marlies Müller sichtlich empört. Die Vorsitzende des Vereins Soziales Aktionsbündnis (SAB) und Chefin der Prignitzer Tafeln kann sich nicht erklären, woher dieser Vandalismus kommt. „Vermutlich wird das Gelände tagsüber ausgekundschaftet und an den Wochenenden und abends, wenn hier keiner ist, werden die Pflanzen mitgenommen“, schätzt sie ein. Gerade an den Wochenenden sei dort wenig Verkehr, jedermann kann sich unbeobachtet auf dem Gelände zu schaffen machen.

Entmutigen lassen wollen sich die emsigen Schaugärtner nicht und Beete und Rabatten für Gäste und einheimische schön herrichten. Es soll auch weiterhin ein Ort für alle sein. Schülergruppen nutzen den Garten im Sommer für Feste und Ausflüge und auch Radtouristen können hier direkt am Elbdeich kostenlos und ohne Voranmeldung verweilen, bei gutem Wetter grillen. Der Vandalismus trifft daher die Allgemeinheit. „Wir sind immer darauf bedacht, sparsam zu wirtschaften. Ob wir nun von Discountern übrig gebliebene Pflanzen geschenkt bekommen, oder sie zu einem sehr günstigen Preis erwerben“, erklärt Marlies Müller. „Die Schwertlilien kosten im Supermarkt nur wenige Euro“, so Mitarbeiter Peter Kirmes. Erst seit vier Wochen ist die Winterpause auf dem Gelände vorbei, sechs Ein-Euro-Jobber, zwei Ehrenamtler und dazu Leute, die über das CJD Sozialstunden im Schaugarten leisten, arbeiten sich seitdem durch das 3,5 Hektar große Areal. Den Dieben fällt es dadurch leicht, ihre Beute zu wittern. Denn man sieht, wo die Beete schon gejätet sind und es reicht dann oft ein wenig Buddelei und die Pflanzen sind raus. Auch vor größeren Büschen machen die Langfinger nicht halt. „Hier war einer im Wert von etwa 25 Euro. Das läppert sich“, so Ehrenamtler Peter Kirmes.

Wegen der knappen Mittel bittet das SAB jetzt auch die Prignitzer um Spenden. „Wer Pflanzen oder Blumenzwiebeln übrig hat, kann sie uns gerne vorbeibringen“, so Marlies Müller.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen