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Elbabschnitt bei Wittenberge : „Wir sind eine große Sorge los“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

1,9 Kilometer Deich zwischen Garsedow und Schadebeuster sind auf jetzt auf sichere Höhe gebracht

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 08:00 Uhr

7,99 Meter plus ein Meter Sicherheitshöhe misst der Elbdeich zwischen Garsedow und Schadebeuster jetzt nach Fertigstellung seiner Sanierung. Die 1,9 Kilometer lange Strecke war von November 2012 bis in diesen Mai hinein Baustelle. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack und Prignitz-Landrat Hans Lange, die am Mittwoch zur offiziellen Freigabe des Hochwasserschutzwalls nach Wittenberge gekommen waren, erinnerten an die äußerst schwierigen Tage vor genau einem Jahr. Der Deich war eine Baustelle. Die Elbe stieg und stieg. Der Schutzwall musste und konnte erfolgreich verteidigt werden. Tack sprach vom enormen Engagement vieler Helfer, von der großen Flexibilität der Baufirma Universalbau Perleberg, ein echtes Gemeinschaftsprojekt eben. Der Landrat erinnerte daran, „dass wir gerade in diesem Abschnitt bei Hochwasser zahlreiche kritische Situationen erlebten und stellte wie auch Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann fest: „Jetzt sind wir eine große Sorge los.“

Seit 2004 baut das Land die Schutzwälle am Strom zwischen Gnevsdorf und Wittenberge Abschnitt für Abschnitt aus, passt sie dem neuen Bemessungshochwasser an. Insgesamt, so Tack am Mittwoch, seien drei Viertel aller Elbdeiche im Land Brandenburg saniert. An der Oder sind es 90 Prozent. Über 430 Millionen Euro Landesgeld flossen in den technischen Hochwasserschutz.

„Aber technische Maßnahmen allein reichen nicht aus“, betonte die Ministerin. Deshalb sei das Ausweisen von weiteren Retentionsflächen (Überflutungsflächen – d. Red.) wichtig. „Es werden weitere Überflutungsflächen und Polder für den Hochwasserschutz benötigt.“ Für den Prignitzer Raum nannte Tack die Karthane- bzw. Löcknitzniederung sowie die sogenannten Sommerpolder in der Lenzer Wische als mögliche Flutungspolder.

Zurück in den Raum Wittenberge: Stadt und Landesumweltamt sind sich nach den Worten von Dr. Hermann und Referatsleiter Thorsten Thaddey einig, dass auf der Krone des erneuerten Deichabschnitts ein zweistreifiger Asphaltweg verlaufen soll. Darauf müssen die Radler allerdings noch warten. Es gibt dazu Einsprüche u. a. von einer Naturschutzvereinigung. Man stünde im Prozess der Einigung, so Thaddey.

Zwischen Garsedow und Wittenberge befindet sich auf der Deichkrone eine breit ausgebaute Asphaltstraße. Durch die Bauarbeiten, vor allem aber durch die schweren Fahrzeuge, die während des Hochwassers dort auf der Deichkrone unterwegs waren, hat diese enorm gelitten. „Wir haben Fördermittel beantragt, weil die Straße unbedingt in Ordnung gebracht werden muss“, so Hermann. Das Landesumweltamt will nach eigenen Angaben die durch das Bauen entstandenen Schäden an der Straße nach Hinzdorf reparieren.

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