zur Navigation springen
Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 14:32 Uhr

Wir sind doch alle ein bisschen Luna

vom

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2012 | 06:08 Uhr

Perleberg | "Ich bin alleinerziehender Vater", sagt Frank Breitsprecher und deute auf seine Tochter Anne (7). Ganz viele Infos erhoffe er sich von der 1. Messe für Familien und Alleinerziehende, zu der das Netzwerk Luna gestern in die Perleberger Rolandhalle einlud. Mühselig müsse man sich sonst durchfragen, um zu erfahren, welchen Möglichkeiten an Hilfe und Unterstützung es überhaupt gebe. "Bei Angeboten für Familien fühle ich mich von vornherein außen vor", gesteht der Vater.

Genau da sieht das landkreisübergreifende Netzwerk, das seit gut einem Jahr besteht und dem 17 Partner aus Prignitz und Ostprignitz-Ruppin angehören, einen wichtigen Ansatzpunkt. Heike Mörike, die Projektleiterin: "Darum wollen wir gezielt auch Alleinerziehende, die kleinsten Familien, mit unserer Messe ansprechen". Sie weiß, dass der Bedarf, Infos zu erhalten und zu vermitteln, da ist. "Auf unserer Internetseite haben wir Angebote und Ansprechpartner", so die Projektleiterin. "Aber ich habe kein Internet", fügt der alleinerziehende Vater an. Aus diesem Wissen sei auch spontan die Idee zu der Messe geboren. "Wir haben aufgerufen und waren überrascht von der Resonanz", gesteht Sabrina Leue, die OPR vertritt. Rund 40 Aussteller haben sich gemeldet, "wir mussten nicht betteln, sie kamen zu uns". Das spreche dafür, dass der Stellenwert von Familie, ob klassisch oder alleinerziehend, sich gewandelt hat, mehr in den Blickpunkt der Gesellschaft gerückt ist, so Hans Rothbauer, stellvertretender Bürgermeister von Perleberg und Schirmherr der Messe. Flexible Arbeitszeiten bzw. erste Betriebs-Kita-Plätze - in einigen Unternehmen gebe es bereits ein Umdenken, so Christiane Michalak von der IHK. Wie man als junge Frau erfolgreich in die Selbstständigkeit starten kann, das erfährt man bei Kerstin Draeger. "Mein Vorteil, ich kann mir die Arbeitszeit flexibel gestalten." Den Nachwuchs in der Prignitz zu halten, das hat sich Schule-Wirtschaft auf die Fahnen geschrieben und "als RWK sind wir auch Luna", so Carina Sixt-Röppnack. Vor allem den Eltern wolle man zeigen, dass es mit den Berufs- und Karriereplaner direkt an den Schulen Ansprechpartner in Sachen Ausbildung gebe. "Viele Eltern wissen das gar nicht."

Die Ausbildung weiter machen oder eine neue beginnen, Laura Paechnatz (20) aus Wittenberge will sich umschauen. Dabei hat sie ihr fünfmonatiges Töchterchen Isabella. Sie wie auch Juliane Thormann (25) mit ihrem Linus (sechs Monate) ist alleinerziehend. "Hier findet man heute alles unter einem Dach. Sonst läuft man von von Pontius bis Pilatus", so Juliane Thormann. Für ihre Schwiegertochter, die ebenfalls alleinerziehend ist, schaut sich Ingrid Schröder um. "Das Angebot ist toll, man bekommt jede Menge alltagstaugliche Infos, so zum Familienpass."

"Ich würde mir wünschen, dass diese Sache keine Eintagsfliege ist", spricht Frank Breitsprecher aus, was man an diesem Nachmittag sowohl von den Ausstellern wie auch Besuchern hört. Und das findet auch SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler, die den Akteuren ein großes Kompliment macht. "Das hier ist mein Wahlkreis und so eine Aktion spricht mir aus dem Herzen", denn die Familie, ob Vater, Mutter, Kind oder als Zweimann-Haushalt sei ihr Metier, hier fühle sie sich einfach auch zuhause.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen