Plattenburgspektakel 2016 : Wir möchten die Menschen berühren

Die fünf Gruppenmitglieder haben das Feuer gefangen, das zumindest sagt frei übersetzt ihr Name. Fotos: Veranstalter
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Die fünf Gruppenmitglieder haben das Feuer gefangen, das zumindest sagt frei übersetzt ihr Name. Fotos: Veranstalter

„Los Dilettantos“ gastieren dieses Wochenende zum wiederholten Mal beim Plattenburgspektakel. Wir sprachen mit dem Manager der Truppe

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17. Juni 2016, 12:00 Uhr

Sie haben das Feuer gefangen: „La Compania Los Dilettantos“ hat frei übersetzt etwa diese Bedeutung. Die Musik- und Theatergruppe aus Mecklenburg-Vorpommern gastiert dieses Wochenende – neben zahlreichen anderen Künstlern – zum wiederholten Male beim Plattenburgspektakel. Bereits seit 1993 sind „Los Dilettantos“ auf Mittelaltermärkten unterwegs und gehören damit zu den altehrwürdigen Bands der Szene. „Der Prignitzer“ sprach mit Gründungsmitglied „Parvusulrikus“, alias Uli Stornowski, über das Spektakel im Rückblick, über Erwartungen, Fabelwesen und noch einiges mehr.

Seit wann kennen Sie das Event beziehungsweise sind Sie als Künstler auf der Plattenburg dabei?

Uli Stornowski: Teile der Truppe sind schon seit gut 20 Jahren dabei. Allerdings liegen zwischen unseren Teilnahmen immer so ein bis drei Jahre Pause.

Da können Sie aus ihrer ganz speziellen Perspektive ja sicher eine Langzeit-Beurteilung abgeben. Wie fällt die aus?

Zunächst einmal: Das Plattenburgspektakel ist eine tolle Veranstaltung, wir sind immer gern dabei. Aus meiner Sicht gab es so etwas wie einen Quantensprung, als sich das Event mit immer wieder neuen Themensetzungen und Grundideen von der jeweiligen Vorjahresveranstaltung abzuheben begann. Da ist man als Künstler echt gefordert – im positiven Sinne. Ich denke, es gibt relativ wenige Feste, die das so umsetzen. Für mich hat das eine große Qualität.

Können Sie vielleicht ein Beispiel nennen, das sich besonders einprägte?

Ja, in einem Jahr ging es um das Thema „Erfindungen“, es wurden ganz verrückte Sachen mitgebracht. Wir hatten ein Modell einer sich selbst tragenden Brücke dabei, haben das dann vor Ort zusammengebaut. Das Publikum kam aus dem Staunen nicht heraus – wir auch nicht. Eine super Erfahrung.

Dieses Mal geht es ja um Fabelwesen, mit welcher Überraschung treten die „Los Dilettantos“ denn an?

Ein 3,50 Meter großes Einhorn. Wir begleiten es als Elfen. Das Spannende daran ist, dass man, um dieses Fabelwesen auf der Plattenburg zu entdecken, die Augen schon ein wenig offen halten muss. Denn dessen Auftritt wird nicht mit viel Brimborium angekündigt. Der Fabel nach können Einhörner ja auch nicht von allen Menschen gesehen werden. Die Besucher sollen es aufspüren, wir möchten ihr Gespür, mit dem was wir tun, erwecken.

Geht es denn bei einem solchen Event aber nicht vielmehr nur um Feiern, Essen, Trinken und Spaß haben?

Das ist zweifelsohne wichtig. Ebenso bedeutsam ist es für uns aber auch, dass wir die Menschen berühren, dass die Zuschauer vielleicht einmal für einen kurzen Moment still werden, inne halten. Auch Tränen sind erlaubt.

Wie muss man sich den Alltag der „Los Dilettantos“ im normalen Leben vorstellen?

Wir sind in anderen Jobs berufstätig – ich zum Beispiel als Musiker und Musiklehrer an einer Schule – allerdings sind wir alle dabei so flexibel, dass es mit der Wochenend-Tätigkeit der Truppe kompatibel ist. Kenntnisse aus den jeweiligen Berufen fließen in unsere künstlerische Arbeit mit ein. Ein Schlosser gehört beispielsweise zum Team, er hilft mit seinen handwerklichen Fähigkeiten, baut tolle Modelle, eine Grafikerin haben wir auch in der Gruppe.

Und wie sind Sie selbst zum „Zeitreisenden“ geworden?

Ich habe schon immer viel Musik gemacht. Als ich 18 oder 19 war, verführte mich gewissermaßen ein Dudelsackspieler. Wir machten Straßenmusik, bauten Bands und ein Wandertheater auf, arbeiteten mit Jugendlichen. Die Leute unterhalten und sie dabei auch zutiefst berühren, hat uns beziehungsweise mir schon damals den größten Spaß gemacht.
 


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