Kleingärtner in wittenberge : „Wir legen Dieben das Handwerk“

Gartenidylle im Verein „Nord“:  Klaus Kollhoff (r.), Andreas Kautz (sitzend) und Ronny Kösterke möchten, dass Diebe fern bleiben. Der Verein setzt jetzt künstliche DNA ein.
Gartenidylle im Verein „Nord“: Klaus Kollhoff (r.), Andreas Kautz (sitzend) und Ronny Kösterke möchten, dass Diebe fern bleiben. Der Verein setzt jetzt künstliche DNA ein.

Der Kleingartenverein „Nord“ in Wittenberge setzt in seiner Anlage auf die Markierung mit künstlicher DNA.

svz.de von
03. Juli 2014, 22:00 Uhr

Eine Nacht im September des letzten Jahres hat Klaus Kollhoff als Vorsitzenden des Kleingartenvereins „Nord“ und andere Hobbygärtner in der Anlage kurz vor der Umgehungsstraße sehr nachdenklich gestimmt. In besagter Nacht nutzten Diebe den Schutz der Dunkelheit, brachen 15 Lauben auf. „Sie haben mitgenommen, was ihnen in die Hände fiel“, sagt Kollhoff. „Flachbildfernseher, Rasenmäher, Werkzeug, Akkuschrauber, eben alles, was Wert hat.“ Zurück blieben auch aufgebrochene Lauben- und Schuppentüren, „die uns viel Sorgen bereitet haben“. Jahrelang hatte es keine Diebstähle in der Anlage gegeben. Denn seit 2002 kontrollieren Freizeitgärtner regelmäßig nachts über eine Sicherheitspartnerschaft ihre Anlage. „Jetzt verstärken wir unsere Sicherheitsbemühungen“, sagt Kollhoff mit Nachdruck. „Die Sparte ist sozusagen ein Pilotprojekt unseres Kreisverbandes der Gartenfreunde gemeinsam mit der Prignitzer Polizei für die Anwendung von künstlicher DNA“, erklärt er. Nach der Präsentation der künstlichen DNA – von Fachleuten kurz KDNA genannt – in der vergangenen Woche im Kleingartenverein, „bin ich davon überzeugt: Damit legen wir den Dieben das Handwerk“, so der Vereinschef. Und nicht nur er, auch die anderen Freizeitgärtner seien davon überzeugt, „dass das mit der DNA eine super Sache ist“. Dem stimmen seine Gartennachbarn Ronny Kösterke und Andreas Kautz voll Überzeugung zu. Diese Botschaft will Kollhoff über den „Prignitzer“ unbedingt öffentlich machen. Er hofft, wie er sagt, dass viele quasi auf den Zug aufspringen. „Das Mittel nützt ja nicht nur Kleingärtnern. Ich denke, dass beispielsweise auch Hausbesitzer davon profitieren können.“

Und wie funktioniert das mit der KDNA?

Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma aus Cottbus haben es den Kleingärtnern direkt in ihrer Anlage gezeigt. Die Fachleute demonstrierten sowohl das Auftragen der künstlichen DNA als auch die verschiedenen Möglichkeiten, die KDNA zu entschlüsseln, um damit gestohlene Gegenstände ihrem Besitzer zuzuordnen.

Klaus Kollhoff erklärt, dass sich die KDNA in einer etwas milchigen Flüssigkeit befindet, „die jeder Kleingärter, der es bei uns wünscht, auf Rasenmäher und -trimmer, Heckenscheren, Bohrmaschinen, Akkuschrauber und ähnliches auftragen kann“. Auch Gegenstände in den Lauben können bestrichen werden. „Die Flüssigkeit trocknet, man sieht spätestens nach 24 Stunden nichts mehr.“ Mit KDNA versehene Dinge werden noch mit einer extra Plakette gekennzeichnet, die Dieben signalisiert: Achtung, hier ist KDNA ’drauf. Auch an die Laubenfenster können Plaketten geklebt werden. „An den vier Eingängen unserer Anlage weisen wir zusätzlich darauf hin, dass wir KDNA verwenden“, erklärt der Vorsitzende.

Und weshalb sollte das Diebe abschrecken?

„Ganz einfach: In der KDNA, die wir für unsere Anlage haben, ist ein spezieller Code enthalten. Stößt die Polizei auf Diebesgut aus unserer Anlage, kann sie das anhand des Codes feststellen, die Verbindung zwischen Einbrecher und Besitzer herstellen, die Straftat nachweisen“, sagt Kollhoff. Er und seine Mitstreiter sind davon überzeugt: „Die künstliche DNA schreckt ab und hilft aufklären.“

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