Feuerwehr Karstädt : „Wir bereiten uns schon lange auf die Autobahn vor“

Eigentlich nicht zum Lachen: Ortswehrführer Hartmut Gerloff erklärte Ortsbeiratsmitglied Inge Kern, dass dieser Helm nicht mehr sicherheitsgemäß ist und nur noch zum Üben eingesetzt wird.
Eigentlich nicht zum Lachen: Ortswehrführer Hartmut Gerloff erklärte Ortsbeiratsmitglied Inge Kern, dass dieser Helm nicht mehr sicherheitsgemäß ist und nur noch zum Üben eingesetzt wird.

Blauröcken fehlt noch vernünftige persönliche Schutzkleidung und Technik

von
28. November 2014, 08:00 Uhr

„Ich bin hier verantwortlich, dass die Kameraden alle nach einem Einsatz wieder gesund nach Hause kommen“, sagt Karstädts Ortswehrführer Hartmut Gerloff. Am Mittwochabend hatte der Ortsbeirat sich das Feuerwehrdepot angesehen und ein offenes Ohr für die Sorgen der Kameraden. Und da gibt es einige.

Zum Beispiel die persönliche Schutzkleidung. „Manche Stiefel sind schon 40 Jahre und älter. Wir haben hier einige Helme, die nicht mehr benutzt werden dürfen. Sie verwenden wir nur noch für Übungen“, so Gerloff. In diesem Jahr bekam die Karstädter Ortswehr zumindest Ersatz für das, was kaputt war.

Die Karstädter Ortswehr hat 82 Miglieder, davon 30 Aktive. „Das ist unser größtes Problem und es werden immer weniger“, so der Ortswehrführer. Er rechnet vor: um alle Fahrzeuge wie den TLF mit 5000 Litern Wasser, das Löschgruppenfahrzeug 10/6 für neun Mann, den Unimog als Hilfleistefahrzeug und den Einsatzleitwagen zu besetzen, brauchen die Karstädter 17 Mann. Am Tage sei das sehr schwierig. Und in diesem Zuge benötigen die Kameraden ja auch die Leute, die die entsprechende Fahrerlaubnis für die großen Einsatzfahrzeuge besitzen. Um die 8000 Euro kostet ein Lkw-Führerschein und das kann sich kein Kamerad leisten.

Bis zum Mittwochabend mussten die Karstädter in diesem Jahr 49 Mal ausrücken. Im Gemeindegebiet werden bei jedem Einsatz sechs Ortswehren alarmiert, damit man entsprechende Einsatzkräfte vor Ort hat. Gerade am Tage und in der Woche sind in den Dörfern nicht viele Kameraden aufgrund auswärtiger Arbeit da. „Aber wir benötigen jede Ortswehr. Die Leute kennen sich aus, wissen wo die Wasserversorgung ist“, so Gerloff.

Ein weiteres Problem ist die noch fehlende einheitliche Umrüstung auf Digitalfunk bei allen Ortswehren. Jedes Fahrzeug wurde umgerüstet, zusätzlich hat man 20 Handsprechfunkgeräte angeschafft. Mehr war von Gemeindeseite in diesem Jahr nicht drin. Vom Landkreis kamen noch vier explosionsgeschützte Geräte. Die Gemeindewehrführung geht noch von einem weiteren Bedarf an 40 Geräten aus.

Mit großen Sorgen blicken nicht nur die Karstädter Kameraden in Richtung Fertigstellung A 14. „Wir bereiten uns schon lange darauf vor, dass die Autobahn kommt. Wir üben mit den Nachbarwehren Garlin und Glövzin/Premslin“, berichtete der Ortswehrführer. Im Bereich Groß Warnow, Pinnow geschehe das Gleiche. Und über eines haben sich die Kameraden auch schon verständigt.

Das neue Schneid- und Spreizgerät soll nach Glövzin/Premslin, „wir behalten unser altes“. Für beide Wehren wird der Zugang zur A 14 ähnlich lang sein. Sie werde von mehreren Kräften bewirtschaftet werden müssen. In Zukunft muss schon bei der Grundausbildung die Problematik Autobahn eine Rolle spielen, betont der stellvertretende Gemeindebrandmeister Maik Hortig. Und für die Weiterbildung übergab Ortsvorsteher Andre Lüdemann im Namen des Ortsbeirates den Kameraden eine Spende in Höhe von 150 Euro.

Eines wissen die Kameraden auch: Ihre Technik reicht für die Versorgung der Autobahn nicht aus. Rettungsplattform, Winde und ein weiteres Schneid- und Spreizgerät zum Beispiel würden benötigt.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen