zur Navigation springen
Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 07:44 Uhr

Winterdienst wird teuer

vom

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 09:40 Uhr

Potsdam | Die Lager der märkischen Gemeinden sind vielerorts bereits voll: Splitt, Sand und Salz stehen für die eisigen Tage bereit. Auch die Winterdienstverträge mit Drittunternehmen sind in den meisten Kommunen unter Dach und Fach. "Die Einsatzbereitschaft beginnt Ende Oktober, wir sind vorbereitet", sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher.

Allerdings könnten die Kosten für die Winterdienste die Haushalte stark belasten. "Je mehr Geld für die Räumung der Straßen ausgegeben werden muss, je mehr müssen wir an anderer Stelle einsparen", so Böttcher. Der Winterdienst sei ein enormer Posten bei den kommunalen Ausgaben. Böttcher appellierte an die Brandenburger, auch selbst zu Schneeschaufel und Besen zu greifen.

Seit Änderung des Brandenburgischen Straßengesetzes im Vorjahr müssen sich die Gemeinden nicht mehr um den Winterdienst in Anliegerstraßen kümmern. Das wird laut Böttcher vor allem im ländlichen Raum akzeptiert, nur bei den kreisfreien Städten hapere es damit. "Man kann aber nicht immer erwarten, dass die Kommunen alles erledigen." Sie sind für die 12 760 Kilometer Gemeindestraßen im Land verantwortlich.

Auch beim Landesbetrieb Straßenwesen laufen die Vorbereitungen. "Die Straßenmeistereien und die Technik werden kontrolliert, mit zusätzlichem Personal verstärkt und Bestände aufgefüllt", berichtete der Vorstand für Betrieb und Verkehr, Thomas Heyne. "Mit insgesamt 70 000 Tonnen Salz werden wir gut vorbereitet sein." In der Vergangenheit habe es vor allem bei den Nachlieferungen des Streumaterials Engpässe gegeben. Im milden Winter des vergangenen Jahres wurde nach den Angaben nur etwa ein Viertel des Salzbestandes verbraucht. Im Ernstfall müssten bis zu 800 Kilometer Autobahn, 2800 Kilometer Bundesstraßen und 700 Kilometer Land- und Kreisstraßen versorgt werden. Die Kommunen haben ebenfalls Konsequenzen aus harten Wintern gezogen: Größere Vorräte und eine bessere Vorbereitung sollen gegen Chaos auf Straßen helfen. Erst vor wenigen Tagen saßen Verantwortliche an einem Tisch, um Details zu klären. Rund 1200 Tonnen Salz sollen gelagert werden. Das reicht für 20 Einsatztage.

In Potsdam stehen laut Städte- und Gemeindebund bislang 800 Tonnen Streumaterial bereit. Mit 48 Fahrzeugen müssen rund 380 Kilometer Straßen, 99 Kilometer Radwege und 20 000 Quadratmeter Gehwege und öffentliche Plätze in Ordnung gehalten werden.

In Frankfurt (Oder) werden die Kapazitäten hingegen nicht erhöht. Grund seien die hohen Kosten, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung sagte. Gerechnet werde mit einem eher milden Winter. Im vergangenen Jahr mussten der Winterdienst hier nur an zwölf Tagen ausrücken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen